(ots) - Kurz vor dem Absturz
Saab steht am Abgrund, und zwar so nah, dass nur ein Schritt
vorwärts das Ende der Marke wäre. Der Traditionshersteller hatte es
schwer in den letzten 15 Jahren. Schon damals kurz vor der Pleite,
übernahm der Koloss General Motors aus den kulturell und geografisch
fernen USA die kleine Autoschmiede, die so stolz auf ihre Geschichte
war, dass sie das Morgen vergessen hatte.
Die neuen Herren aus Detroit aber schätzten vor allem die
Saab-Kunden falsch ein, servierten ihnen neu karossierte
Opel-Modelle, die bei der traditionellen Klientel nicht ankamen und
auch neue Interessenten nicht lockten. Pfeife rauchende
Oberstudienräte, grün angehauchte Architekten oder Rechtsanwälte
wandten sich mit Grausen ab von den verkleideten Opel Vectras und
liefen verzweifelt über zu Volvo oder Audi. Kaum war Mutter GM in der
Krise, ließ sie die Schweden fallen wie eine heiße Kartoffel. Was
folgte, ist bekannt. Die Regierung in Stockholm half nicht. Sie gibt
ihr knappes Geld lieber für neue Kindergärten und Schulen aus als für
marode Industriebetriebe.
Als letzte Rettung nach dem Treiben des windigen Niederländers
Victor Muller stehen jetzt Chinesen vor der Tür. Aber der Fall liegt
anders als bei Volvo, dessen Geschäft sich unter chinesischer Führung
gut macht. Volvo war von Ford modellpolitisch viel geschickter
platziert worden als Saab von General Motors und dadurch ein
lohnenderer Aufkauf für die Asiaten, als es Saab jemals sein konnte.
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