(ots) - Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses,
Wolfgang Bosbach (CDU), hat sein Nein zu einer Ausweitung des
Euro-Rettungsschirms als allein sachlich begründet und Behauptungen,
er handele aus politischem Frust, zurückgewiesen. "Das ist für mich
eine reine Sachentscheidung", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger"
(Mittwoch-Ausgabe). "Von uns Politikern wird verlangt, dass wir nach
bestem Wissen und Gewissen abstimmen. Aber wenn wir das tun, dann
fängt der Ärger an. Die Politik muss sich ehrlich machen. Wir sind im
Moment nicht ehrlich." Bosbach fügte hinzu: "Frustriert war ich 2005,
aber nicht 2009. Wieso soll ich dann 2011 auf die Idee kommen, meinen
Frust abzulassen? Das ist doch völliger Quatsch." Allerdings könne er
sich "gegen üble Nachrede nicht wehren". 2005 war der CDU-Politiker
trotz eigener Hoffnungen nicht ins Bundeskabinett aufgerückt. Die
aktuellen Entscheidungen gehörten "zu den mit Abstand schwierigsten
Entscheidungen während meiner 17-jährigen Mitgliedschaft im Deutschen
Bundestag", so Bosbach. Doch "wenn kein Land aus dem Euro-Raum
ausscheiden und keine Großbank pleite gehen darf, weil die Folgen
unabsehbar und nicht beherrschbar sind, dann werden wir auf Dauer
zahlen". Das dürfe nicht sein.
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