(ots) - Die Atomausstiegs-Ethikkommission hat getagt - und
weißer Rauch ist aufgestiegen. Selbst der Erzbischof von München und
Freising, Reinhard Marx, hat sich akribisch in die komplizierte
Materie eingearbeitet. Der Rat der Weisen lautet: Zehn Jahre noch,
dann soll Schluss sein mit dem letzten Atommeiler. Vielleicht sogar
noch früher. Aber der Ausstieg binnen zehn Jahren, so die Experten,
sei problemlos - die Gefahr von Strom-Engpässen - möglich. Und die
ältesten Akws sollten am besten sofort stillgelegt werden.
Eine klare Botschaft an die Kanzlerin. Angela Merkel hat sich
immer auf die Kommission herausgeredet. Deren Votum sei maßgebend.
Nun muss sie sich auch danach verhalten. Und wenn sie schlau ist,
beschließt sie einen gemeinsamen Ausstieg im Einklang mit den Grünen
und den Sozialdemokraten. Denn in dieser eminent wichtigen Frage
sollte es einen überparteilichen Konsens geben. Sozialdemokraten und
Grüne stünden ihm gewiss nicht im Weg. Einen gesamtgesellschaftlichen
gibt es ohnehin: Die überwältigende Mehrheit der Bürger würde lieber
heute als morgen aus der Atomtechnik aussteigen.
Für die deutsche Industrie ist die Zehn-Jahres-Ansage ein klares
Signal - und eine Chance. Denn Innovationen im Sektor erneuerbare
Energie könnten sich zu einem weltweiten Exportschlager entwickeln.
Der größte deutsche Rohstoff war schon immer Intelligenz.
Pressekontakt:
Oldenburgische Volkszeitung
Uwe Haring
Telefon: 04441/9560-333
u.haring(at)ov-online.de