WAZ: Lange genug zugeschaut -
Kommentar von Stefan Schulte
(ots) - Man muss als Patient kein Mitleid haben mit Ärzten,
die sich unterbezahlt fühlen. Auch in NRW liegen ihre
Jahresverdienste in der Regel im sechsstelligen Bereich - es gibt
schlimmere Schicksale. Die Drohungen von 2009, jede vierte Praxis
gehe pleite, erwiesen sich als Panikmache. Nur: Es gibt auch keinen
Grund dafür, die Ärzte an Rhein und Ruhr schlechter zu bezahlen als
anderswo. Dass ein und dieselbe Behandlung in Bayreuth mehr Geld wert
ist als in Bochum, ist eine der vielen Blüten unseres Föderalismus.
"Gleiches Geld für gleiche Leistung" - diese Forderung trug noch das
Credo sozialistischer Gleichmacherei, als Ulla Schmidt sie vortrug.
Heute wird sie - im Prinzip - von allen Parteien geteilt. Manchmal
ist Gleichheit geboten: eine gleich gute Behandlung etwa von
Patienten, die bundesweit die gleichen Kassenbeiträge zahlen. Allein,
die Standesvertretung der Ärzte bekommt das nicht hin. Die Politik
hat sich das lange genug angeschaut. Sie muss eine gerechte
Honorierung zur Not von oben verordnen. Auch das geht nicht ohne die
Bayern. Doch irgendwann muss der Freistaat lernen, dass er Teil einer
Bundesrepublik ist.
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Datum: 27.05.2011 - 18:57 Uhr
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