(ots) - Nichts ist es mit dem "Eurobabogal" für den
Club geworden. Nach dem 1:2 gegen Hoffenheim ist für den 1. FC
Nürnberg auch die letzte rechnerische Chance auf die Europa League
dahin. Der Misserfolg am Ende einer dennoch überragenden Saison hat
aber auch eine gute Seite. Mit dem verpassten Einzug rückt der
Klassenerhalt in der nächsten Saison näher. Nicht, dass der Abstieg
schon festgestanden hätte. Aber die Negativ-Beispiele von Karlsruhe
(Uefa-Cup-Teilnahme bei gleichzeitigem Abstieg in der Saison 1998),
Freiburg (2001), Bochum (2005) und dem Club selbst (2008) zeigen: Die
Gefahr, in den Abstiegsstrudel zu geraten, wäre mit dem
Europa-Auftritt größer gewesen, als sie es für einen Verein wie den
FCN eh schon ist. Einem Verein, der auch nach dieser starken Saison
finanziell wie strukturell immer noch Rückstand auf
Mittelfeld-Vereine hat. Mit schuld daran ist die Saison 2007/08, die
ein warnendes Beispiel für den Club von heute ist. Damals freute sich
Nürnberg nach einer überragenden Spielzeit, die der Pokalsieg krönte,
über Gänsehautspiele im Uefa-Cup. Angstschauder liefen den Club-Fans
dagegen angesichts des Liga-Alltags über den Rücken. Am Ende stieg
der FCN ab - trotz oder vielleicht auch wegen der Uefa-Cup-Teilnahme
und trotz 17 Nationalspielern namhafter Fußballländer wie Tschechien
oder Dänemark. Vom - zumindest dem Namen nach vorhandenen - Potenzial
des damaligen Kaders wird der Club in der nächsten Saison weit
entfernt sein. Das muss nichts heißen, wie das junge Team in dieser
Saison beweist. Aber: Das Team verliert seine prägenden Jungstars wie
Schieber, Ekici oder Gündogan. Ersatz dafür zu finden, wird viel
Glück brauchen und die begrenzten finanziellen Mittel binden. Ein
tiefer Kader ist daher unwahrscheinlich, ebenso, dass es gelungen
wäre, die Dreifachbelastung zu meistern. Dafür braucht es noch einige
Spielzeiten der Konsolidierung. Erst dann wäre der "Eurobabogal" ein
ungefährlicher Genuss für den Club.
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