PresseKat - Neues Deutschland: zur Fluchtwelle nach Lampedusa und der EU-Politik

Neues Deutschland: zur Fluchtwelle nach Lampedusa und der EU-Politik

ID: 348222

(ots) - Tunesiens vertriebener Diktator Ben Ali war 1999
der erste Regent in Nordafrika, der mit Italien ein Abkommen zur
Flüchtlingsabwehr schloss. Seither fing die tunesische Küstenwache
selbst Flüchtlinge auf dem Meer ab und nahm auch Flüchtlinge
»zurück«, die Italien unbedingt loswerden wollte. Italien
exportierte mit bereitwilliger Duldung der EU in der Folgezeit das
Vertragsmodell in andere Länder - ohne Ansehen der Regierung. Nachdem
2009 auch mit Libyens Muammar al-Ghaddafi ein Übereinkommen
geschlossen worden war, versiegte der Flüchtlingsstrom nach Lampedusa
zusehends. Damit ist es nun fürs Erste vorbei. Tunesiens Stabilität
ist dahin und das Land inklusive Küstenwache hat im Moment andere
Probleme und Prioritäten, als Jagd auf Flüchtlinge zu machen. Die
EU trägt ein gerüttelt Maß an Verantwortung für die Flüchtlinge.
Legale Einwanderungsmöglichkeiten sind rar gesät und um die Gründe
von Flucht und Migration kümmert man sich lediglich in Sonntagsreden
oder gar nicht, wie die Fortsetzung der desaströsen Fischerei- und
Agrarpolitik der EU zu Lasten Afrikas zeigt. Die Entwicklung in
Nordafrika zeigt gleichermaßen das Scheitern der EU-Entwicklungs- und
Flüchtlingspolitik. Theoretisch läge darin eine Chance zur
Generalüberholung eines verfehlten Kurses. Doch faire Handelschancen
statt höherer Mauern - das war bisher kein Merkmal der EU-Politik.



Pressekontakt:
Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/2978-1721




Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Kieler FDP-Sozialminister Garg kritisiert Der Tagesspiegel: Der Tagesspiegel kommentiert das Flüchtlingsdrama auf Lampedusa:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.02.2011 - 17:59 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 348222
Anzahl Zeichen: 1644

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neues Deutschland: zur Fluchtwelle nach Lampedusa und der EU-Politik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neues Deutschland (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Neues Deutschland: Hunger mit System ...

Jeder siebte Mensch hungert - 925 Millionen laut dem neuesten Welthunger-Index. Die globale Hungerbekämpfung kommt allen Appellen und Welternährungsgipfeln zum Trotz nicht voran. Das hat systemische Gründe: die von der Weltbank und dem Internat ...

Neues Deutschland: Zur Jahrestagung des IWF ...

Kommt es zum allseits befürchteten Währungskrieg oder nicht? Jene Frage überschattete die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Eine Antwort vom Washingtoner Treffen zu erwarten, wäre indes vermessen gewesen. ...

Neues Deutschland: Was Deutschland fehlt ...

D ie von der FDP so lautstark propagierte Lockerung der Zuverdienstregelungen für Hartz-IV-Bezieher ist gar keine. Denn ein Großteil der 1,4 Millionen Aufstocker wird leer ausgehen. So sehen die neuen Regelungen vor, dass nur diejenige ...

Alle Meldungen von Neues Deutschland