Der Tagesspiegel: Die Reaktionen der EU auf die Proteste inÄgypten analysiert der Tagesspiegel:
(ots) - Bleibt die EU, unter der Last der hegemonialen
Vergangenheit einzelner Teilstaaten, im Fall Ägypten hilflos?
Demokratien tun sich im Umgang mit Diktaturen grundsätzlich schwer,
weil Gewaltherrschaften ihre vorgebliche innere Stabilität gerade
durch Eigenschaften gewinnen, die mit der Volksherrschaft unvereinbar
sind: Unterdrückung und Gewalt gegenüber all jenen im eigenen Volk,
die anderer Meinung als die Herrschenden sind. Das macht Diktaturen
zu angenehmen Gesprächspartnern, so lange man sich nicht mit der
Opposition dort beschäftigt - also tut man das nicht, und die EU hat
es wirklich überall gelassen. Die Europäische Union ist darüber
hinaus eine Wertegemeinschaft, die im Konfliktfall gerne zuvorderst
an den Wert guter Handelsbeziehungen denkt und die Risiken scheut.
Auf dem Balkan waren es letztlich die USA, die den konsequenten
militärischen Einsatz gegen Milosevics mörderische Soldateska
erzwangen.
Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-29021 14013
E-Mail: cvd(at)tagesspiegel.de
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Datum: 03.02.2011 - 17:59 Uhr
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