WAZ: Missglücktes Job-Experiment. Kommentar von Tobias Bolsmann
(ots) - Die Analyse der Ein-Euro-Jobs durch den
Bundesrechnungshof ist geradezu vernichtend: Städte und
Wohlfahrtsverbände brechen das Gesetz, um Kosten für Personal zu
sparen.
Und die Vermutung liegt nahe, dass es sich nicht um vereinzelte
Verzweiflungstaten hoch verschuldeter Kommunen handelt, um den "Kopf
über Wasser" zu halten, wie es der Städte- und Gemeindebund
formuliert. Rechnet man die 62 Prozent der entdeckten Regelverstöße
hoch, wären fast 200 000 der etwa 320 000 Ein-Euro-Jobs
illegal.
Alles auf Kosten von Arbeitslosen, die trotz ihres Ein-Euro-Jobs
keine Perspektive erhalten und Menschen, die durch den Missbrauch
vielleicht sogar ihre Arbeit verloren haben.
Dabei waren die Ziele des damaligen Superministers Wolfgang
Clement kühn gesteckt. Durch die Einführung des neuen
Arbeitsmarktinstruments sollten rund 600 000 Ein-Euro-Jobs
entstehen - und als Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt dienen.
Nun lässt sich festhalten: Das Job-Experiment ist missglückt,
deshalb gibt es keinen Grund, an diesem Instrument länger
festzuhalten.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion(at)waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.11.2010 - 20:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 304968
Anzahl Zeichen: 1411
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Kategorie:
Diese Pressemitteilung wurde bisher
0 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"
WAZ: Missglücktes Job-Experiment. Kommentar von Tobias Bolsmann"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(
Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum
Haftungsauschluß (gemäß
TMG - TeleMedianGesetz) und dem
Datenschutz (gemäß der
DSGVO).
Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten
Horst Seehofer (CSU) nach einem Zuzugsstopp für Muslime zielt nach
Einschätzung des früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet
(CDU) in die falsche Richtung. "Ein Großteil unseres
I ...
Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es im
Ruhrgebiet nicht geben. Dies ergab eine flächendeckende Umfrage der
WAZ-Lokalredaktionen. Damit läuft der Schulversuch der rot-grünen
Minderheitsregierung an Rhein und Ruhr ins Leere.
An ...
Flacht die Erregungskurve einer gut ausbeutbaren
öffentlichen Debatte zu früh ab, darf man gewiss sein, dass einer
kommt und neues Öl ins Feuer gießt. Einer wie Horst Seehofer. Im
Gefolge der Sarrazin-Aufwallungen fällt es dem CSU-Vorsitzende ...