Nachgehakt: Tatsachen zur "Gorch Fock", zu Landungsbooten und zum Kurswechsel der Marine (FOTO)

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(ots) -
In der Berichterstattung der "Kieler Nachrichten" von heute heißt
es, in der Marine wachse der Ärger über die Instandsetzung der "Gorch
Fock" und es mehrten sich selbst in der Marine die Stimmen, die den
Neubau eines Segelschulschiffs forderten. Auch der Bund der
Steuerzahler mahne einen schnellen Neubau an. Auf der anderen Seite
werde ein Landungsboot vorzeitig außer Dienst gestellt und eben nicht
mehr instandgesetzt, weil es unwirtschaftlich gewesen wäre. Dieses
Landungsboot fehle nun schmerzlich für die Ausbildung der jungen
Soldaten des Seebatallions.

Dazu erklärt der Sprecher des Inspekteurs der Marine:

Die Äußerungen zum wachsenden Ärger in der Marine hinsichtlich der
Generalüberholung der "Gorch Fock" sind höchst spekulativ und
entbehren einer seriösen Datenerhebung. Gleiches gilt für die sich
angeblich mehrenden Stimmen, die den Neubau eines Segelschulschiffs
fordern würden.

Die Entscheidung, die "Gorch Fock" trotz größerem Aufwand instand
zu setzen, fußt auf einer wirtschaftlichen Betrachtung. Ende 2016
wurden dazu zwei Optionen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
gegeneinander abgewogen:

1. Instandsetzung und weiterer Betrieb der "Gorch Fock" über die
ursprüngliche Nutzungsdauer hinaus,

2. Neubau eines Schiffes und die erforderliche Zwischenlösung.

Nach Abwägung aller Handlungsoptionen und Vorlage aller relevanten
Zahlen, Daten und Fakten - insbesondere auch der Bedeutung der "Gorch
Fock" als nationales Symbol und für die Diplomatie sowie deren Wert
als unverzichtbare Ausbildungsplattform für künftige Generationen von
Marineoffizieren - hat das Ministerium im Januar 2017 entschieden,
die Instandsetzung der "Gorch Fock" zu vollenden und das
Segelschulschiff der Deutschen Marine länger als ursprünglich
geplant, nämlich bis in die 2030er Jahre, weiter zu nutzen.



Gleichzeitig verschafft uns diese Entscheidung die notwendige
Zeit, den Prozess des Neubaus eines künftigen Segelschulschiffs
geordnet einzuleiten und durchzuführen. Damit minimieren wir die
Realisierungsrisiken und damit die Kosten. Im Übrigen ergab die
wirtschaftliche Betrachtung der Handlungsoptionen, dass ein
Segelschulschiff-Neubau mit den von der Deutschen Marine zwingend
erforderlich erachteten Sicherheitseinrichtungen und -standards,
entgegen aller anderen, öffentlichen Verlautbarungen
unterschiedlichster Protagonisten, zwischen 80 und 120 Millionen Euro
kosten würde.

Auch der Entscheidung zur vorzeitigen Ausserdienststellung des
Landungsbootes "Schlei" lagen wirtschaftliche Überlegungen zu Grunde.
Allein das Ergebnis war ein anderes. Unter Berücksichtigung der
Tatsache, dass der Deutschen Marine nun ein Landungsboot weniger zur
Ausbildung der Minentaucher zur Verfügung steht, war es dennoch
wirtschaftlicher, das Landungsboot "Schlei" nicht instand zu setzen,
sondern ausser Dienst zu stellen.

Der Vorwurf, die Landungsboote seien bei den Planungen schlicht
vergessen worden, ist so nicht richtig.

Denn bereits im Vorfeld der Kooperation mit der
Königlich-Niederländischen Marine zum Zurückgewinnen der amphibischen
Fähigkeiten der Deutschen Marine begann das Seebatallion, die
Landungsboote wieder operativ einzusetzen. Die damalige Überlegung
war es, das Wissen um den operativen Einsatz von Landungsbooten in
der Marine zu erhalten, um ggf. zu einem späteren Zeitpunkt die
Beschaffung von Landungsbooten in die Bundeswehrplanung aufzunehmen.
Die weitere Entwicklung war dann jedoch eine andere, weil sich die
Kooperation zwischen der Deutschen Marine und der
Königlich-Niederländischen Marine äußerst positiv gestaltete.

Zudem hat die Marine längst die Nachfolge der
Betriebsstofftransporter geplant. Der Zulauf dieser Schiffe ist
Anfang der 2020er Jahre vorgesehen. Von Mangel an Planung kann also
keine Rede sein.

Und schließlich sei angemerkt, dass die Marine dank der
eingeleiteten Trendwenden fünf neue Korvetten, zwei weitere Uboote,
sechs Mehrzweckkampfschiffe 180, 18 Hubschrauber SEA LION sowie einen
Ersatz für den Helikopter SEA LYNX, die schon erwähnten
Betriebsstofftransporter, Nachfolgemodelle für unsere Tender und ein
zukunftsfähiges Minenabwehrsystem erhalten können wird. Darin keinen
Kurswechsel erkennen zu mögen, ist wirklich schwer nachzuvollziehen.



Pressekontakt:
Presse- und Informationszentrum Marine
Dezernat Pressearbeit
Telefon: 0381 802 51520 / 51521
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Datum: 17.10.2017 - 17:58
Sprache: Deutsch
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Stadt: Rostock


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