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Während die oppositionelle türkische Zeitung Cumhuriyet für ihre
kritisch-unabhängige Berichterstattung mit dem alternativen
Nobelpreis ausgezeichnet wird, beteiligen sich andere türkische
Medien massiv an der Verfolgung von Anhängern der türkischen
Gülen-Bewegung auch in Deutschland. Darüber berichtet die Aktuelle
Stunde heute Abend um 18.45 Uhr im WDR Fernsehen. Der türkische
Staatspräsident Erdogan macht Gülen für den Putschversuch in der
Türkei verantwortlich und möchte, dass es "auf der ganzen Welt keinen
sicheren Zufluchtsort" mehr für ihre Anhänger gibt.
Die Europa-Ausgabe der als regierungsnah geltenden türkischen Zeitung
Sabah hat jetzt eine deutsche Hotline eingerichtet, an die sich
Deutsch-Türken wenden sollen, um von ihren "Erlebnissen mit der
Gülen-Terrororganisation" zu berichten. Reporterinnen der Aktuellen
Stunde haben den Test gemacht und dort vorgegeben, einen fiktiven
Gülen-Anhänger aus Deutschland melden zu wollen. Daraufhin wurde
ihnen zugesagt, man werde den Namen registrieren und überprüfen. Bei
schwerem Verdacht würde man im Anschluss einen Reporter hinschicken.
Auf Anfrage der Aktuellen Stunde hat sich die Zeitung bislang nicht
dazu geäußert, was mit den gesammelten Daten geschieht.
Gülen-Anhänger in NRW wie der Remscheider Unternehmer Erkan Köktas
haben auch aufgrund der Denunziationen zunehmend Angst vor Angriffen
auf offener Straße. Auch der Verfassungsschutz in NRW ist alarmiert:
Man bekomme eine Reihe von Hinweisen, dass Anhänger der
Gülen-Bewegung gemeldet werden sollen, so Verfassungsschutz-Chef
Burkhard Freier gegenüber der Aktuellen Stunde: "Das ist
Denunziation, und in deutschen Behörden wird das als Sachverhalt
aufgenommen und dann strafrechtlich geprüft."
Der ganze Beitrag "Die Gülen-Hetzline" läuft heute Abend in der
Aktuellen Stunde ab 18:45 Uhr im WDR Fernsehen.
Autorinnen: Elmas Topcu / Claudia Beucker
Redaktion: Jonas Wixforth
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