(ots) - Moderation: Natalie Amiri
Geplante Themen:
Kapverden: Die Sandräuberinnen / Schon seit sie Kinder sind, holen
die Frauen auf den Kapverden Sand aus dem Meer. Eine schwere und
gefährliche Arbeit, noch dazu illegal. Doch sie haben keine Wahl,
andere Jobs gibt es nicht für sie. Der Sand wird als Rohstoff für
Beton benötigt und die Nachfrage ist riesig. Denn gebaut wird derzeit
mehr denn je in der ehemaligen portugiesischen Kolonie vor der Küste
Senegals, da die Kapverden ihr touristisches Potenzial entdecken. Mit
dem Sand der Strände werden immer mehr Hotelanlagen und Straßen
gebaut, mit jetzt schon fatalen ökologischen Folgen: An vielen
Stränden ist kaum noch ein Sandkorn übrig, die Küsten erodieren und
das Meer nagt schon an den Fundamenten mancher Häuser. Autorin:
Shafagh Laghai, ARD Nairobi
Indien: Der Visum-Tempel - Jobs im Ausland mit göttlicher Hilfe /
Der elefantengesichtige Ganesh gilt als Glücksgott, als guter Gott.
In diesen Tagen wird in Indien zu seinen Ehren das größte religiöse
Fest des Jahres gefeiert. Auch in der Hightech-Metropole Hyderabad,
wo viele gut ausgebildete junge Menschen aus der IT-Branche auf einen
guten Job im Ausland hoffen. Wie aber an die begehrten Visa kommen?
Hilfe versprechen die Priester des altehrwürdigen Balaji-Tempel. Ihr
Gott soll schon Tausenden betenden und Geld spendenden
Tempelbesuchern die gewünschten Papiere verschafft haben. Seitdem das
Gerücht in Indien im Umlauf ist, wird der Pilgerstrom in Hyderabad
immer stärker. Autor: Markus Spieker, ARD Neu Delhi
Türkei: "Säuberungen" im Reiche Erdogans / Hakan Koçak hat jetzt
viel Zeit für seine kleine Tochter. Der 46-jährige Soziologie-Dozent
hat gerade seine Arbeit an der Kocaeli-Universität verloren. Er ist
nun einer von mehr als 2000 Journalisten, Künstlern und
Wissenschaftlern, die seit dem Militärputsch Mitte Juli entlassen,
suspendiert oder gar verhaftet wurden. Vielen von ihnen werden
Verbindungen zur Gülen-Organisation vorgeworfen, die Präsident
Erdogan für den versuchten Putsch verantwortlich macht. Aber der
linksliberale Professor Koçak und einige weitere Akademiker seiner
Uni, die ebenfalls gefeuert wurden, sagen, sie haben mit der
Gülen-Bewegung nichts zu tun. Der Grund für Koçaks Entlassung dürfte
vielmehr sein, dass er im Januar gemeinsam mit über tausend
Intellektuellen eine Friedenspetition zur Beendigung des Krieges im
Südosten des Landes unterzeichnet hatte. Seitdem sehen sie sich einer
Hetzkampagne ausgesetzt, einige der Unterzeichner wurden
vorübergehend verhaftet oder mit Disziplinarverfahren überzogen. Und
einige im Zuge des Putsches entlassen. Autor: Oliver Mayer-Rüth, ARD
Istanbul
Iran: Todesstrafe im Kampf gegen Drogen / Noch immer hofft sie,
dass ihr Mann nicht hingerichtet wird. Doch jeden Moment muss die
26-jährige Parwaneh damit rechnen, dass ihr der Tod des Vaters ihrer
beiden Kinder mitgeteilt wird. Der arbeitslose Mann hatte bei
Gelegenheitsjobs auch als Kurier gearbeitet und dabei - unwissentlich
sagt er - ein Paket mit Drogen ausgeliefert. Auf Drogenhandel und
-schmuggel steht in Iran die Todesstrafe. Aber es sind in erster
Linie die kleinen Fische, die mit ihrem Leben für die harte
Antidrogenpolitik bezahlen müssen. Im letzten Jahr wurden in Iran
über 1000 Menschen hingerichtet, viele davon wegen Drogendelikten.
Das Land ist nicht nur Drehscheibe für den illegalen Drogenschmuggel,
sondern viele Iraner sind selbst drogenabhängig. Jetzt liegt nach
internationalem Druck ein Gesetzentwurf vor, der die Todesstrafe in
lange Haftstrafen umwandeln soll. Ob das für Parwanehs Mann im
Gefängnis noch rechtzeitig kommt, bleibt eine Zitterpartie: Viele
seiner Mithäftlinge wurden in den letzten Wochen hingerichtet.
Autorin: Natalie Amiri, ARD Teheran
Südafrika: Morden für den Aberglauben / Nyelisane Sidimela hatte
ein Rendezvous mit ihrem Freund - sie trafen sich unter einem Baum in
der Nähe ihres Dorfes. Die Angreifer schlichen sich von hinten an,
verstümmelten ihren Begleiter und schnitten ihr bei lebendigem Leib
die Lippen aus dem Gesicht. Sie überlebte schwer verletzt, ihr Freund
starb. Immer wieder kommt es in Südafrika zu solchen Ritualmorden.
Dahinter steckt ein Aberglaube, der durch Symbole geprägt ist: Für
geschäftlichen Erfolg etwa müsse ein Händler eine offene menschliche
Hand im Boden vor dem eigenen Laden vergraben, dann werde viel Geld
in seine eigene Hand fließen. Hat das Opfer einen sehr qualvollen
Tod, dann gelten die Körperteile als besonders wirksam. Die meisten
südafrikanischen Heiler lehnen diese mörderische Praxis ab - und doch
werden immer wieder verstümmelte Leichen gefunden. Autor: Thomas
Denzel, ARD Johannesburg
Redaktion: Karola Baier
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