PresseKat - Börsen-Zeitung: Riss in der Lieferkette, Kommentar zu Volkswagen von Peter Olsen

Börsen-Zeitung: Riss in der Lieferkette,
Kommentar zu Volkswagen von Peter Olsen

ID: 1391686

(ots) - Noch immer wird gerätselt, wie es zu dem GAU im
Verhältnis von zwei Zulieferern zum Großkunden Volkswagen mit einem
Lieferstopp kommen konnte. Klar ist nur, dass in sechs
Volkswagen-Werken für vorerst etwa eine Woche die Produktion ganz
oder teilweise zum Erliegen kommt. Ist David auch hier der Gute und
Goliath der Böse? Oder ist es etwa umgekehrt?

Fest steht nur eines, dass bei allen Spannungen zwischen
Teileherstellern in toto und ihren Großabnehmern bei den
Autoherstellern als eherne Regel gilt: Die Lieferkette darf nicht
reißen! Im Schnitt gehen 70 Prozent, bei einigen Herstellern sogar
noch mehr der Wertschöpfung in der Autoproduktion aufs Konto der
Zulieferindustrie. Insoweit besteht ein geradezu symbiotisches
Abhängigkeitsverhältnis zwischen diesen beiden Gruppen der
Autoindustrie.

Mag man sich auch auf der überwiegend mittelständisch geprägten
Zulieferseite über den oftmals rauen Umgangston und den permanenten
Preisdruck der Hersteller aufregen und sich mitunter in Existenznöte
gedrängt fühlen - am Ende sind beide Seiten zur Zusammenarbeit
gezwungen. Diesen Comment haben jetzt die beiden
Prevent-Gesellschaften Car Trim und ES Guss gebrochen, und es wird
sich zeigen müssen, ob die verkrachten Vertragspartner den Geist
wieder in die Flasche zurückbringen können.

An einer friedenstiftenden Lösung müssen alle interessiert sein -
Hersteller wie Zulieferindustrie, Beschäftigte ebenso wie auf ihre
bestellten Fahrzeuge wartende Kunden. Vor allem aber muss die
deutsche Automobilindustrie aufpassen, dass sie das gerade von der
ausländischen Konkurrenz als Wettbewerbsvorteil hoch geschätzte Asset
einer engen technischen und innovatorischen Verzahnung mit den
Zulieferanten nicht leichtfertig verspielt.

Derzeit, das muss man leider konstatieren, gibt es in dem




ungleichen Kampf nur Verlierer. Auf der Herstellerseite natürlich
zunächst Volkswagen mit den vom Stillstand betroffenen fast 30.000
Beschäftigten. Auf der Zulieferseite aber praktisch alle Teile- und
Systemlieferanten, denn Volkswagen wird die Abfragen bei diesen 500
Unternehmen um den absehbaren Ausfall an Fahrzeugen kürzen.

Gewiss werden manche Zulieferanten in einer ersten Reaktion
klammheimlich Freude darüber empfinden, dass es einem David gelingt,
das gut geschmierte Räderwerk eines Goliath wie Volkswagen zum
Stillstand zu bringen. Aber die Folgen für das künftige Geschäft
dürften bitter ausfallen.



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Datum: 22.08.2016 - 20:45 Uhr
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