(ots) - Im Streit um Zuwendungen der Pharmaindustrie
fordert Ärzte-Präsident Frank-Ulrich Montgomery die Offenlegung aller
Zahlungen. "Die übergroße Mehrheit der Ärzte lässt sich nichts zu
Schulden kommen und muss deshalb Transparenz nicht fürchten", sagte
Montgomery der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post"
(Freitagausgabe). Die Ärzteschaft befürworte "seit langem eine
gesetzliche Regelung nach dem Vorbild des US-amerikanischen
Physicians Payment Sunshine Act. Danach müssen alle finanziellen
Leistungen und Sachleistungen sowie Name, Adresse, Anbieter, Wert,
Datum und Art der Zuwendung offengelegt werden". Der Ärztepräsident
hält freiwillige Veröffentlichungen für zu wenig, auf die die
Transparenzinitiative des Verbandes Forschender
Arzneimittelhersteller setzt. "Die Veröffentlichung der Zuwendungen
sollte unabhängig von der Zustimmung des Empfängers erfolgen.
Alternativ sollten Pharma-Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit
Ärzten verzichten, die nicht genannt werden wollen."
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sagte der
Redaktion: "Patienten müssen darauf vertrauen können, dass Ärzte
ihnen ein bestimmtes Medikament nur deshalb verschreiben, weil sie
von der Wirksamkeit überzeugt sind - und nicht, weil sie auf der
Honorarliste des Herstellers stehen." Wenn Ärzte Dienstleistungen für
Pharmaunternehmen übernehmen, müsse das nicht per se ein Nachteil für
die Patienten sein. "Sie sollten es bei der Entscheidung über eine
Therapie aber unbedingt wissen. Nur Transparenz schafft das
notwendige Vertrauen."
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2621