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neues deutschland: Zu Chinas Börsenturbulenzen: Nichts gelernt

ID: 1306009

(ots) - Lange Zeit schien Chinas Transformation zur
Marktwirtschaft eine kapitalistische Erfolgsstory zu sein. Riesige
Wachstumsraten galten als normal, das Reich der Mitte wandelte sich
von der Werk- zur Geldbank der Welt. Doch spätestens seit dem
vergangenen Sommer ist dieser Traum aus. Damals stürzten die Börsen
das erste Mal in den Keller. Nun mussten am Donnerstag bereits zum
zweiten Mal im noch jungen Jahr die wichtigsten Börsen in Shanghai
und Shenzhen schließen, weil die Kurse ins Rutschen gerieten. Doch
angesichts der Auswirkungen, die die Turbulenzen weltweit hatten,
fragt man sich, ob die Chinesen die einzigen sind, die aus den
destruktiven Kräften des Kapitalismus nichts gelernt haben. Denn auch
in New York und Frankfurt am Main wird acht Jahre nach der
Finanzkrise wieder kräftig gezockt. Schließlich kam es seitdem -
allen Beteuerungen der Politiker zum Trotz - zu keinerlei
grundsätzlichen Reformen in den Finanzsystemen. So wartet man
hierzulande weiterhin auf die Finanztransaktionssteuer. Sie sollte
eine Lehre aus der Krise sein und den gefährlichen Hochfrequenzhandel
unattraktiv sowie die Kapitalmärkte sicherer machen. Doch steht ihre
Einführung weiterhin in den Sternen und wurde vermutlich von der
innereuropäischen Diplomatie in jahrelanger Kleinstarbeit erfolgreich
zerredet. Also bleibt die Finanzwelt so fragil wie eh und je - bis
die nächste große Krise kommt. Die wird vermutlich auch kein Umdenken
bringen. Schließlich wollen die Verantwortlichen offenbar einfach
nichts lernen.



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Datum: 07.01.2016 - 18:09 Uhr
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