WAZ: Teuer erkaufter Kompromiss. Kommentar von Ulf Meinke zur Kraftwerksreserve
(ots) - Einen Schönheitspreis gewinnt Sigmar Gabriels
Kompromiss mit den Braunkohle-Konzernen RWE, Vattenfall und Mibrag
ganz sicher nicht. Es dürfte den Minister kaum verwundern, wenn er
nun an seine eigenen Worte erinnert wird. "Hartz IV für Kraftwerke",
"nicht arbeiten, aber Geld verdienen" - das werde es mit ihm nicht
geben, hat er einmal gesagt. Nun wird es also eine Mischung aus Hartz
IV und einer Abwrackprämie für Kraftwerke. Die Stromkonzerne erhalten
durchaus beachtliche Subventionen. Und das geht so: Mehrere
Braunkohle-Kraftwerke sollen als Notreserve für die Energieversorgung
dienen und werden schrittweise eingemottet. Als Dank bekommen die
Konzerne über sieben Jahre verteilt rund 1,6 Milliarden Euro. Die
Rechnung zahlen einmal mehr die Stromkunden über die Netzentgelte -
diesmal im Schnitt etwa 1,75 Euro pro Jahr mehr. Kein Wunder, dass
sich die Aktie von RWE berappelt hat. Der Markt bewertet den Vorgang
nüchtern als Geschenk für die Unternehmen. Sie haben sich den
Einstieg in den Braunkohle-Ausstieg teuer abkaufen lassen. Das
Ergebnis hat mit Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun, eher schon
etwas mit Planwirtschaft und einer Prise Pragmatismus. Dass die
Energiewende teuer werden würde, war lange schon klar. Wie teuer,
stellt sich mehr und mehr heraus.
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Datum: 26.10.2015 - 19:02 Uhr
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