PresseKat - UDV-Studie: Pedelecs sind im Straßenverkehr nicht gefährlicher als Fahrräder

UDV-Studie: Pedelecs sind im Straßenverkehr nicht gefährlicher als Fahrräder

ID: 1228182

(ots) - Elektrisch unterstützte Fahrräder, sogenannte
Pedelecs, sind nicht grundsätzlich gefährlicher als Fahrräder. Das
hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) herausgefunden. Demnach
fahren Pedelecs-Nutzer mit einer Tretunterstützung bis 25 km/h - das
sind die am häufigsten gekauften - zwar im Schnitt geringfügig
schneller als Radfahrer, erleben im Alltag dadurch aber nicht spürbar
mehr riskante Situationen. Deutlich schneller sind die sogenannten
S-Pedelecs mit einer Tretunterstützung bis maximal 45 km/h unterwegs.
Aber auch sie kamen laut UDV-Studie nicht vermehrt in kritische
Verkehrssituationen.

Die Unfallforscher haben für ihre Untersuchung die Mobilität, die
Geschwindigkeit und die Risiken im Verkehrsalltag von
Elektroradfahrern im Vergleich zu Fahrradfahrern untersucht und die
Einschätzung der gefahrenen Geschwindigkeiten durch Autofahrer
beobachtet. Außerdem haben sie die amtliche Verkehrsunfallstatistik
analysiert.

Für die Fahrverhaltensstudie wurden Sensoren und Kameras an den
Zweirädern von 90 Teilnehmern im Alter von 16 bis 83 Jahren
installiert. Davon waren 31 Fahrradfahrer, 49 Pedelec-Fahrer und 10
S-Pedelec-Fahrer. Über einen Zeitraum von vier Wochen wurde das
natürliche Fahrverhalten der Teilnehmer aufgezeichnet und hinterher
ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass die Unterschiede in der
Nutzung, in den gefahrenen Wegstrecken und bei den Geschwindigkeiten
gering sind. Nutzer setzen die Motorunterstützung offenbar in erster
Linie ein, um fahrradähnliche Geschwindigkeiten mit geringerem
Aufwand zu erreichen. Das gilt besonders für ältere Radfahrer, deren
Geschwindigkeiten deutlich unterdurchschnittlich waren.

Im zweiten Teil des Projektes haben die UDV-Experten untersucht,
ob die Geschwindigkeit von Elektrofahrrädern und anderen
Einspurfahrzeugen von Autofahrern richtig oder falsch eingeschätzt




werden. Dabei wurde der Einfluss verschiedener Faktoren (z.B.
Annäherungsgeschwindigkeit, Alter des Zweiradfahrers, Trittfrequenz)
auf die Geschwindigkeitswahrnehmung von Zweiradfahrern überprüft.
Tatsächlich unterschätzten die Pkw-Fahrer die Pedelec-Geschwindigkeit
häufig, allerdings ohne, dass dies die Sicherheit gefährdete.

Bei der Analyse des Unfallgeschehens fiel auf, dass
Pedelec-Unfälle mit Verletzten oder Getöteten überdurchschnittlich
häufig außerhalb von Ortschaften passieren. Auch zählten die Experten
im Vergleich zu den Fahrradfahrern deutlich mehr Alleinunfälle und
Unfälle auf Gefällestrecken. "Nicht das Pedelec ist das Problem,
sondern die derzeit überwiegende Nutzergruppe", sagt UDV-Leiter
Siegfried Brockmann. "Viele Senioren freuen sich über neu gewonnene
Mobilität, haben dann aber Schwierigkeiten mit dem Handling des
Pedelecs. Hier sind die Händler in einer besonderen Verantwortung,
bei der Auswahl des optimalen Geräts sachkundig zu beraten und die
Pedelec-Fahrer ausführlich einzuweisen." Die älteren Pedelec-Fahrer
könnten auch selbst für mehr Sicherheit sorgen, indem sie
Trainingsveranstaltungen besuchen, beispielsweise bei den
Verkehrswachten. "Außerdem sollten sie immer einen Helm tragen," rät
Brockmann.



Ansprechpartner für Presseanfragen:
Siegfried Brockmann
Tel.: 030 / 20 20 - 58 20
s.brockmann(at)gdv.de


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Datum: 22.06.2015 - 10:00 Uhr
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