(ots) - Teilen liegt im Trend: Die "Sharing Economy", der
Gemeinschaftskonsum, eröffnet ganz neue Möglichkeiten, aber es gibt
auch kritische Stimmen. Sind die preiswerten Putzhilfen, Taxifahrer
und Übernachtungsmöglichkeiten, die dank Internet schon heute für
jeden verfügbar sind, der erste Schritt zu einer neuen, nachhaltigen
Gesellschaftsordnung, in der alle alles teilen und es trotzdem - oder
eben gerade deswegen - allen besser geht? Oder wird hier im Gegenteil
der Grundstein für ein System der schrittweisen Enteignung,
Überwachung und Ausbeutung gelegt?
Autorin Caroline Michel hat im Selbstversuch Vermittlungsportale
wie Helpling, Uber, Airbnb oder Leihdirwas getestet und hinter die
Kulissen geschaut. Und kommt zu einem eindeutigen Urteil. Das neue
ARD radiofeature "Wer teilt, verliert - Ein Feature über Chancen und
Risiken der 'Sharing Economy'" (Produktion Saarländischer Rundfunk)
ist ab Mittwoch, 24. Juni 2015, in sieben Wort- und Kulturwellen der
ARD und im Internet unter www.radiofeature.ard.de zu hören.
Arbeitsverhältnisse ohne Sozialabgaben, Mietverhältnisse ohne
Mietvertrag, Taxifahrten ohne Taxischein: Privatleute treten als
Anbieter auf, ohne die Pflichten eines Anbieters zu erfüllen. Der
Otto-Normalverbraucher, der sich plötzlich einfach und günstig eine
Putzfrau leisten kann, jubelt. US-Ökonom Jeremy Rifkin spricht gar
von einem "historischen Ereignis" - mehr Menschen brauchen weniger
Ressourcen: "Wir schaffen einen Kreislauf."
In Wahrheit jedoch sind Vermittlungsportale wie Helpling, Uber,
Airbnb und Leihdirwas Teil eines großen Plans der schrittweisen
Enteignung. Sie ebnen den Weg in eine Welt, in der niemand mehr hat,
als er wirklich braucht. Außer den Portalen selbst bzw. den großen
Konzernen, denen sie gehören. Denn die sind keine Wohltäter, sondern
profitorientierte Unternehmen, die mit Hilfe der "Sharing Economy"
einen einfachen Weg gefunden haben, an das zu kommen, was die
Menschen bisher sorgsam gehütet haben: Privatsphäre (Daten),
Unabhängigkeit, Freiheit, Sicherheit, Arbeit und nicht zuletzt: Geld.
Caroline Michel, geboren 1966 in Köln. Studium der Germanistik,
Anglistik, Pädagogik und Volkswirtschaftslehre. Seit 1998 tätig als
freie Autorin für den Westdeutschen Rundfunk, den Saarländischen
Rundfunk, den Deutschlandfunk, den Südwestrundfunk, den Bayerischen
Rundfunk, die Deutsche Welle, verschiedene Agenturen, Fachmagazine
und Tageszeitungen.
Sendetermine:
SWR 2 Mittwoch, 24. Juni 2015, 22.03 Uhr
BR 2 Samstag, 27. Juni 2015, 13.05 Uhr
SR 2 Samstag, 27. Juni 2015, 17.04 Uhr
Nordwestradio (RB) Sonntag, 28. Juni 2015, 16.05 Uhr
NDR info Sonntag, 28. Juni 2015, 11.05 Uhr
WDR 5 Sonntag, 28. Juni 2015, 11.05 Uhr
hr2-kultur Sonntag, 28. Juni 2015, 18.05 Uhr
Redaktion: Barbara Krätz (SR)
Eine Produktion des Saarländischen Rundfunks für das ARD
radiofeature 2015
Fotos finden Sie unter www.ard-foto.de Registrierte User der
Presseportale von WDR und SWR können das ARD radiofeature ab sofort
in den Vorführräumen hören.
Pressekontakt:
Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR)
Uwe-Jens Lindner
Presse und Information
Telefon: 0221 220 7123
uwe-jens.lindner(at)wdr.de