PresseKat - Weltweiter Hunger ist besiegbar EKD-Studie zur Welternährung fordert Weichenstellung für Agrarentw

Weltweiter Hunger ist besiegbar
EKD-Studie zur Welternährung fordert Weichenstellung für Agrarentwicklung

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(ots) - Hunger ist kein Schicksal, sondern die Folge von
Politik- und Marktversagen und damit abwendbar. Das ist das Ergebnis
einer jüngsten Studie zur Welternährung, die die Evangelische Kirche
in Deutschland (EKD) am heutigen Mittwoch, 20. Mai in Berlin
veröffentlicht hat. Die Studie mit dem Titel "Unser tägliches Brot
gib uns heute" benennt Maßnahmen, mit denen Politik, Wirtschaft und
Verbraucher den notwendigen Kampf gegen den Hunger weiter
vorantreiben können.

"Als Christinnen und Christen dürfen wir uns nicht mit dem Skandal
abfinden, dass noch immer mindestens 805 Millionen Menschen
bedrohlich chronisch unterernährt sind", schreibt der Ratsvorsitzende
der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seinem Vorwort der
Studie. Nach Schätzung zahlreicher Experten müsse man gar von mehr
als zwei Milliarden Unter- und Mangelernährten ausgehen. Dies bleibe
eine unakzeptable Menschenrechtsverletzung und widerspreche dem
Aufruf des Evangeliums, alle Menschen von der Sorge um das tägliche
Brot zu befreien. "Der Hunger in der Welt kann besiegt werden, wenn
es in vielen Bereichen zu einem Umdenken und Umsteuern kommt", so
Bedford-Strohm.

Die Studie warnt jedoch davor, die Lösung des Hungerproblems auf
die Steigerung der Agrarproduktion mit Hilfe neuer Technologien und
den Methoden der industriellen Landwirtschaft zu verengen: Zwar
müssten für eine wachsende Weltbevölkerung auch mehr Nahrungsmittel
produziert werden, dies könne jedoch auf eine Art und Weise
geschehen, die die natürlichen Ressourcen schone. Maßgeblich für die
künftige Ausrichtung der Agrarpolitik müssten die Bedürfnisse
derjenigen sein, die am stärksten von Hunger und Mangel-ernährung
betroffen seien. Dazu zählen der Studie zufolge Kleinbauern,
Landarbeiter, Hirten und Fischer in den Entwicklungsländern. Diese




bräuchten mehr Unterstützung, um sich selbst besser versorgen und
lokale und regionale Märkte beliefern zu können.

Als Voraussetzung für die Überwindung von Hunger und
Mangelernährung benennt die Studie außerdem den Auf- und Ausbau von
sozialen Sicherungssystemen in den Entwicklungs- und
Schwellenländern. Das Recht auf Nahrung dürfe nicht länger durch
ungerechte Strukturen im Bereich der Handels- und Finanzpolitik
blockiert werden. Die Studie richtet sich aber auch an hiesige
Konsumenten: "Verbraucherinnen und Verbraucher können entscheidend
dazu beitragen, schädliche Auswirkungen ihres Konsums auf Mensch und
Umwelt zu verringern", heißt es in dem von der Kammer für nachhaltige
Entwicklung der EKD erarbeiteten Textes. Selbst kleine Schritte zur
Reduktion des Ressourcenverbrauchs seien wertvolle Signale an
Unternehmen und politische Entscheidungsträger.

Christinnen und Christen aller Konfessionen haben sich seit den
1950er Jahren gegen den Skandal des Welthungers empört und mit den
Spendenaktionen Brot für die Welt und Misereor aufgerufen, zur
Überwindung von Hunger und Armut sowie deren Ursachen beizutragen.
Die 11. Synode der EKD hat im November 2013 in ihrer Kundgebung zum
Thema "Es ist genug für alle da" an alle politischen
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Deutschland,
Europa und der Welt appelliert, "die Zeichen der Zeit zu erkennen und
alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Ernährung der
Weltbevölkerung zu sichern und den Hunger so schnell wie möglich,
spätestens aber bis 2030 vollständig zu überwinden".

Die Staatengemeinschaft ist von der Verwirklichung des Ziels noch
weit entfernt, den Hunger in der Welt zu überwinden. Im Jahr 2013
litten mehr als 805 Millionen Menschen Hunger. Die Zahl der Menschen
mit Vitamin- und Mineralstoffmangel beträgt etwa zwei Milliarden. Von
Hunger, Unter- und Mangelernährung sind schwangere Frauen, Babys,
Kleinkinder, Mädchen und Frauen überproportional stark betroffen.
Ungefähr 80 Prozent aller Hungernden leben in ländlichen Räumen.

Hannover, 20. Mai 2015

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

Der EKD-Text 121 "Unser tägliches Brot gib uns heute. Neue
Weichenstellung für Agrarentwicklung und Welternährung" kann zum
Preis von 4,60 EUR über den Versand der EKD unter versand(at)ekd.de
bezogen werden.

Unter der Internet-Adresse http://www.ekd.de/ekdtext_121.html
steht der EKD-Text zum Herunterladen bereit.



Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse(at)ekd.de


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Datum: 20.05.2015 - 11:24 Uhr
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