(ots) - Beim Stichwort Bootsflüchtlinge denkt unsereins
natürlich an die Kriege im Nahen Osten, an Krisen in Afrika und
den Massentod im Mittelmeer. Dass sich die Situation auf der anderen
Seite der Erdhalbkugel immer mehr zuspitzt, geht oft in der Flut an
Nachrichten unter. Erst die Zahl von 8000 Flüchtlingen im Indischen
Ozean bringt die Situation dort auch hier in die Schlagzeilen.
Skandalös ist das Verhalten Indonesiens, das die überfüllten
Boote mit Waffengewalt zurück aufs Meer treibt. Dabei agiert
Jakarta allerdings kaum anders als Australien, das wiederum seit
Jahren alles tut, um indonesische Flüchtlinge vom fünften Kontinent
fernzuhalten. Es ist nicht so, dass Flüchtlinge nur reiche Länder
aufsuchen. Die Rohingyas setzen sich als verfolgte muslimische
Minderheit im überwiegend buddhistischen Myanmar schon seit 35
Jahren ins benachbarte Bangladesch ab. Das übervölkerte Land ist
aber mit der Aufnahme überfordert. Nächste Station war Thailand.
Dort schlossen die Behörden kürzlich die Grenze, nachdem
Massengräber mit Rohingya-Flüchtlingen ausgehoben worden waren. Es
scheint ein Prinzip zu geben, dass jedes Land das Problem einfach
zum nächsten verschiebt. Doch verschoben werden in Wirklichkeit
nicht Probleme, sondern Menschen. Bernhard Hertlein
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