PresseKat - Sterbehilfe-Debatte: DieÄngste der Deutschen

Sterbehilfe-Debatte: DieÄngste der Deutschen

ID: 1211288

(ots) - Die Legalisierung von ärztlich assistiertem
Suizid setzt Menschen unter Druck, ihr Leben vorzeitig zu beenden.
Diese Befürchtung teilen laut einer am Dienstag in Hannover
vorgestellten Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowohl Gegner als auch
Befürworter der Beihilfe zur Selbsttötung. Demnach erwartet eine
deutliche Mehrheit der Deutschen (60,8 Prozent), dass die Zahl der
Menschen, die ihr Leben vorzeitig beenden wollen, um nicht zur
Belastung für die Familie zu werden, durch eine Legalisierung
ärztlicher Suizidbeihilfe steigen wird. "Diejenigen, die voraussagen,
eine mögliche Legalisierung könne einen Dammbruch zur Folge haben,
werden durch diese Werte gestützt", so Gerhard Wegner, Leiter des SI.
Umso dringlicher sei es, die tatsächlichen Gründe für die in Umfragen
immer wieder deutliche Mehrheit der Befürworter von Sterbehilfe zu
erforschen. "Zwar spielt der Wunsch nach Selbstbestimmung bei den
Befürwortern der Sterbehilfe offensichtlich eine gewichtige Rolle",
so Wegner, "im Hintergrund steht aber eine Vielzahl an
unterschiedlichen Ängsten."

Bei Fragen nach den Ängsten im Blick auf das eigene Sterben zeigte
sich, dass Ängste vor einem langen Sterbeprozess (61,8 Prozent) vor
starken Schmerzen oder schwerer Atemnot (60,1 Prozent) am weitesten
verbreitet sind. Hierzu zählt auch die Sorge, den eigenen Angehörigen
zur Last zu fallen (53,8 Prozent). Die Ängste vor dem eigenen Sterben
sinken mit zunehmendem Alter: Für die Gruppe der mindestens
80-Jährigen spielen die Ängste die geringste Rolle.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm warb angesichts
der Ergebnisse der Studie dafür, über die Möglichkeiten aufzuklären,
ein Sterben in Würde zu gestalten, ohne Leben vorzeitig zu beenden.
"Wer auf neue gesetzliche Optionen zur aktiven Beendigung des Lebens




setzt, schwächt unsere vom Schutz des Lebens geprägte Sozialkultur.
Das Engagement der christlichen Kirchen für die Hospiz- und
Palliativversorgung in Deutschland dokumentiert eindrücklich, dass es
bessere Alternativen gibt."

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie setzt sich für eine verlässliche
Betreuung von alten pflegebedürftigen Menschen am Lebensende ein:
"Insbesondere in stationären Einrichtungen der Altenhilfe muss mehr
Geld investiert werden. Eine palliative Versorgung muss überall dort
gewährleistet sein, wo Menschen sterben, und nicht nur in
spezialisierten Einrichtungen. Nur so können wir den Menschen die
Sicherheit geben, keinen langen qualvollen Tod sterben zu müssen."

Anlass der Studie, die EKD und Diakonie in Auftrag gegeben hatten,
waren verschiedene Befragungen der vergangenen Monate, die zeigten,
dass die Mehrheit der Bundesbürger sich für eine Beihilfe zur
Selbsttötung ausspreche. Um den Hintergrund dieser Antworten zu
verstehen, wurde nach Erwartungen, Erfahrungen und Einstellungen der
Menschen zum Thema Tod und Sterben gefragt, die bisher nicht
erforscht wurden. Emnid befragte dazu telefonisch 2.052 Menschen ab
18 Jahren.

Deutschlandweit gibt es rund 300 Palliativstationen in
Krankenhäusern. Etwa 50 Prozent sind in christlicher Trägerschaft.
Damit verfügen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für
Palliativmedizin nur rund 15 Prozent der bundesweit etwa 2 000
Krankenhäuser über eine Palliativstation. Stationäre Hospize gibt es
derzeit in Deutschland rund 210. Davon sind rund zwei Drittel in
christlicher Trägerschaft.

Die SI-Studie ist unter
www.ekd.de/download/150512_Ergebnisse_Umfrage_zum_Sterben.pdf im
Internet abrufbar.

Hannover, 12. Mai 2015

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

Diese Pressemitteilung wird zeitgleich von der Pressestelle der
Diakonie Deutschland versandt. Wir bitten Dopplungen zu
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Carsten Splitt
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