(ots) - Ein frommer Rebell, der dem Naziterror
widersprach und getötet wurde: Vor siebzig Jahren, am 9. April 1945,
starb Dietrich Bonhoeffer. In der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) wird des Pfarrers gedacht, der kurz vor Kriegsende hingerichtet
wurde und dessen Worte bis heute wirken. "Bonhoeffer bleibt eine
Inspiration für die, die sich in Situationen von Unterdrückung und
Gewalt für die Menschenwürde einsetzen", sagt Heinrich
Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD. Viele Sätze
Bonhoeffers prägen die evangelische Kirche bis heute: "Die Kirche ist
nur Kirche, wenn sie für andere da ist", ist einer dieser Sätze. Auch
für Heinrich Bedford-Strohm ist er von besonderer Bedeutung:
"Bonhoeffer kann uns erinnern, dass wir uns nicht bequem einrichten
dürfen, sondern auch die kritische Kraft des Evangeliums in der
Gesellschaft zur Sprache bringen müssen." Doch Bonhoeffer war nicht
nur ein Rebell. Bis heute trösten seine Worte. Auf unzähligen
Beerdigungen singen Menschen "Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost was kommen mag." Bonhoeffer schrieb dieses
Gedicht im Gefängnis und zeigt: wer bereit ist, sich seiner
existentiellen Not zu stellen und davon zu erzählen, kann auch andere
Menschen in ihrer Not trösten. "Im Glauben daran, dass wir trotz
allem gehalten sind, sind wir bis heute mit Bonhoeffer verbunden und
können uns von seinen Worten trösten und stärken lassen", sagt
Heinrich Bedford-Strohm. Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906
in Breslau geboren. Am 9. April 1945 wurde er - wenige Wochen vor
Kriegsende - im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet.
Dietrich Bonhoeffer hatte während des Dritten Reichs der
nationalsozialistischen Ideologie widersprochen und gehörte zum Kreis
derer, die das Attentat am 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler vorbereitet
haben. Dabei hat er sein politisches Handeln immer theologisch
begründet. Er hat ein umfangreiches theologisches Werk hinterlassen.
Seine Briefe und Texte aus der Zeit der Haft (1943-1945) sind nach
dem Krieg unter dem Titel "Widerstand und Ergebung" und "Brautbriefe
- Zelle 92" veröffentlicht worden. Hannover, 8. April 2015
Pressestelle der EKD Claudia Maier
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