WAZ: Die Schwindsucht des Rubels
- Kommentar von Stefan Scholl zur Krise in Russland
(ots) - Der Rubel bricht alle Minusrekorde, hat seit
Jahresbeginn glatt 50,5 Prozent seines Wertes verloren. Ein Absturz,
den Experten meist mit dem fallenden Ölpreis und den westlichen
Finanzsanktionen gegen Moskau erklären.
Aber beide Außenfaktoren erklären die galoppierende Schwindsucht
des Rubels nur zum Teil. Ganz offenbar traut Russland seiner Währung
nicht mehr. So wenig wie der Wirtschaftspolitik des Kreml, der seit
Jahrzehnten marktwirtschaftliche Reformen predigt und
Staatsmonopolismus praktiziert.
Russland rüstet auf, macht auf Imperium, aber Infrastruktur,
Industrie und Bildungswesen verrotten. Kein Zufall, dass der Rubel
sogar die Fallgeschwindigkeit der kriegsgeschüttelten ukrainischen
Griwnja übertroffen hat. Gestern noch verhöhnte Premierminister
Dmitri Medwedew die Ukraine wegen ihrer Wirtschaft, heute taumelt
seine eigene Ölexportökonomie. Schon kreist in Moskau das Gerücht, er
solle durch den liberalen Ex-Wirtschaftsminister Alexei Kudrin
ersetzt werden, den er einst selbst feuerte. Stellt sich nur die
Frage, ob Kudrin diesen Job haben möchte.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion(at)waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.12.2014 - 19:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1150920
Anzahl Zeichen: 1384
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Kategorie:
Diese Pressemitteilung wurde bisher
0 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"
WAZ: Die Schwindsucht des Rubels
- Kommentar von Stefan Scholl zur Krise in Russland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(
Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum
Haftungsauschluß (gemäß
TMG - TeleMedianGesetz) und dem
Datenschutz (gemäß der
DSGVO).
Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten
Horst Seehofer (CSU) nach einem Zuzugsstopp für Muslime zielt nach
Einschätzung des früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet
(CDU) in die falsche Richtung. "Ein Großteil unseres
I ...
Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es im
Ruhrgebiet nicht geben. Dies ergab eine flächendeckende Umfrage der
WAZ-Lokalredaktionen. Damit läuft der Schulversuch der rot-grünen
Minderheitsregierung an Rhein und Ruhr ins Leere.
An ...
Flacht die Erregungskurve einer gut ausbeutbaren
öffentlichen Debatte zu früh ab, darf man gewiss sein, dass einer
kommt und neues Öl ins Feuer gießt. Einer wie Horst Seehofer. Im
Gefolge der Sarrazin-Aufwallungen fällt es dem CSU-Vorsitzende ...