(ots) - Die Theologin und frühere Landesbischöfin Margot
Käßmann beharrt angesichts des IS-Terrors im Irak und Syrien auf dem
Vorrang gewaltloser Reaktionen. "Es muss auch ein Nein zu
Waffenlieferungen erlaubt sein. Dass diese Antwort heute lächerlich
gemacht wird, ist ein Problem", sagte Käßmann dem "Kölner
Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). "Vielleicht müssen wir es
aushalten, dass wir alle miteinander hilflos und ohnmächtig sind
angesichts dieser Gewalt", sagte Käßmann, die auch Schirmherrin der
bundesweiten Kampagne "Aktion Aufschrei - stoppt den Waffenhandel!"
ist. In solch einer Lage wie derzeit im Irak oder Syrien würden "alle
schuldig, so oder so", argumentierte Käßmann weiter. Sie verurteile
niemanden, der für den Export von Waffen oder den Einsatz
militärischer Gewalt votiere. "Aber sie sind nicht im alleinigen
Recht." Jeder, der für Gewaltfreiheit eintrete, könne sich schuldig
machen mit Blick auf die Opfer. Das wisse sie, bekannte Käßmann. "Ich
nehme aber die Option in Anspruch, schuldig zu werden, indem ich
sage: keine Waffen liefern und nach anderen Wegen der Hilfe suchen!"
Das Plädoyer zur Gewaltlosigkeit werde heute - anders als zur Zeit
der Friedensbewegung - leichthin als naiv, traumtänzerisch oder
hirnverbrannt abgetan, beklagte die protestantische Theologin.
Entsprechende Angriffe - auch auf sie persönlich - dienten nur dazu,
sich die "Zumutung vom Leib zu halten", über andere Wege
nachzudenken. In der Debatte über ihr Eintreten für Gewaltlosigkeit
habe es den Vorschlag gegeben, sie über IS-Gebiet mit dem
Hubschrauber abzuwerfen; dann würde sie schon lernen, wie sie mit
Gewaltlosigkeit komme, berichtete Käßmann.
Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149