WAZ: Kritik an Blessing ist zu platt
- Kommentar von Stefan Schulte
(ots) - Martin Blessing ist Chef einer Bank, die ihr
Überleben auch dem Steuerzahler verdankt. Insofern ist es mutig, wenn
er sich gegen die Bundesregierung in Stellung bringt. Das hat er mit
der Forderung nach Eurobonds getan. Es wäre ein Leichtes, seinen
Vorstoß als Unfug abzutun. Gemeinsame Schulden würden den Druck auf
die Krisenländer, ihre Finanzen selbst ins Reine zu bringen,
schwächen und die Reformansätze im Kein ersticken.
Doch die Kritik ist zu platt, Blessings Idee viel differenzierter:
Er will nur einen Teil der Schulden über Eurobonds organisieren. Den
Rest sollen sich die Krisenländer selbst besorgen - und zwar ohne
Stützkäufe der EZB. Da hat Blessing völlig Recht: die Südeuropäer
kommen nur dank der EZB-Interventionen wieder günstiger an Geld, die
von der Politik brüsk abgelehnte Vergemeinschaftung der Schulden
findet längst statt, nur etwas diskreter.
Blessings Weg wäre also der ehrlichere. Das Ziel bleibt aber, dass
die Krisenländer bei der Geldbeschaffung ganz ohne Hilfe auskommen.
Und das lässt sich durch eine Reduzierung der Anleihenkäufe besser
steuern als durch Eurobonds. Sind die einmal da, werden die Südländer
alles tun, sie zu behalten.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion(at)waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.09.2014 - 19:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1103504
Anzahl Zeichen: 1490
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Kategorie:
Diese Pressemitteilung wurde bisher
0 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"
WAZ: Kritik an Blessing ist zu platt
- Kommentar von Stefan Schulte"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(
Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum
Haftungsauschluß (gemäß
TMG - TeleMedianGesetz) und dem
Datenschutz (gemäß der
DSGVO).
Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten
Horst Seehofer (CSU) nach einem Zuzugsstopp für Muslime zielt nach
Einschätzung des früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet
(CDU) in die falsche Richtung. "Ein Großteil unseres
I ...
Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es im
Ruhrgebiet nicht geben. Dies ergab eine flächendeckende Umfrage der
WAZ-Lokalredaktionen. Damit läuft der Schulversuch der rot-grünen
Minderheitsregierung an Rhein und Ruhr ins Leere.
An ...
Flacht die Erregungskurve einer gut ausbeutbaren
öffentlichen Debatte zu früh ab, darf man gewiss sein, dass einer
kommt und neues Öl ins Feuer gießt. Einer wie Horst Seehofer. Im
Gefolge der Sarrazin-Aufwallungen fällt es dem CSU-Vorsitzende ...