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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Sorgen um den Papst
Er will es nicht anders
julius müller-meiningen, ROM

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(ots) - Der Tagesablauf von Papst Franziskus gleicht dem
eines Spitzenmanagers. Bereits nach dem Aufstehen am frühen Morgen
hält er um sieben Uhr die erste Ansprache: eine Predigt in der
Frühmesse in Santa Marta. Es folgen Besprechungen mit dem engeren
Beraterzirkel, anstrengende Audienzen mit Staatschefs,
Ministerpräsidenten und Klerikern aus aller Welt. Nach dem
Mittagessen gönnt sich Franziskus ein kurzes Nickerchen, nachmittags
bleibt ihm dann noch ein wenig Zeit, die katholische Kirche und ihren
Verwaltungs- und Finanzierungsapparat zu reformieren. Franziskus hat
viel zu tun und sich zudem enorm viel vorgenommen. Er will eine
andere, der Welt zugewandte Kirche, die an die Grenzen geht und
kraftvoll agiert. All dies verkörpert der Papst seit dem ersten
Amtstag glaubwürdig mit seiner Person. Da darf man als 77-Jähriger
schon mal müde sein. Und auch ein paar Termine absagen. Die Sorge,
der Papst könnte schwer erkrankt sein, weil er innerhalb von vier
Wochen drei Termine abgesagt hat, ist übertrieben. Mit einigen
Terminänderungen wollte Franziskus Kräfte vor wichtigen Reisen
sparen. Andererseits hat er sich auch früher schon herausgenommen,
ihm missliebige Veranstaltungen nicht mit seiner Präsenz zu ehren.
Gleichwohl könnte der von Franziskus selbst gewählte intensive
Rhythmus auch Folgen für die Länge seines Pontifikats haben. Der
Papst schont sich nicht in seinem Engagement. Er macht keine Ferien,
verzichtet auf den Rückzug in die päpstliche Sommerresidenz. Er
verhält sich wie ein Workaholic im Namen Gottes. Dass dieser
Aktionismus auch Konsequenzen haben kann, dürfte Franziskus bewusst
sein. Er will es wohl nicht anders.



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Datum: 29.06.2014 - 20:00 Uhr
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