Rheinische Post: Kommentar /
Neue Willkür bei Policen
= Von Antje Höning
(ots) - Jahre lang hat der Staat die Deutschen gemahnt,
mehr für ihre Altersvorsorge zu tun. Die Bürger folgten und steckten
ihr Geld vorzugsweise in Lebensversicherungen. Das erweist sich heute
als ein schlechtes Geschäft. Nicht nur, weil die Anbieter hohe
Provisionen kassieren und ihre Zinsversprechen nur noch mühsam
einhalten können. Auch die Politik macht Lebensversicherungen immer
unattraktiver. 2004 schockte sie Millionen Betriebsrentner mit einer
Reform, wonach diese auf ihre vom Betrieb abgeschlossenen
Lebensversicherungen volle Krankenkassen-Beiträge zahlen müssen. Nun
ändert sie erneut die Regeln. Bewertungsreserven sollen in Zeiten von
Minizinsen nur noch zum Teil an Versicherte ausgeschüttet werden. Und
diese Deckelung soll auch noch wieder fallen, wenn die Zinsen
steigen. Wie stark? Will das die Politik entscheiden? Von nun an
kauft der Bürger mit einer Police die Katze im Sack. Dabei verlangt
gerade langfristige Altersvorsorge nach verlässlichen Spielregeln.
Man wundert sich, dass Verbraucher überhaupt noch eine
Lebensversicherung abschließen.
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Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2621
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Datum: 12.06.2014 - 20:56 Uhr
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