Rheinische Post: Kommentar /
Irak im Schatten Syriens
= Von Matthias Beermann
(ots) - Es hat sie gegeben, eine kurze Phase, während
der man auf eine Wende zum Guten im Irak hoffen konnte. Aber
spätestens, seit im Nachbarland Syrien ein Bürgerkrieg tobt, ist es
damit auch im Irak vorbei. In beiden Ländern liefert die Rivalität
zwischen Sunniten und Schiiten den Nährboden für den Konflikt, der
zum Stellvertreterkrieg geworden ist durch das erbitterte Ringen der
regionalen Mächte. Der unheilvolle Einfluss des Irans auf der einen
und der Golf-Scheichtümer auf der anderen Seite lässt die Region in
Blut ertrinken. Nun rollt eine sunnitische Terror-Truppe den Irak
auf, und die schiitisch geführte Regierung scheint dagegen machtlos.
Die blutrünstigen Kämpfer gelten als derart radikal, dass so mancher
den Krieg von Syriens Baschar al Assad gegen die eigene
Zivilbevölkerung nicht mehr ganz so schlimm finden mag. Sind nicht
Assad und Saddam, die ihre Länder jahrelang mit einem
Schreckensregime unter Kontrolle gehalten haben, besser als das
aktuelle Chaos? Die Frage ist zynisch, und sie wird auch nur von den
Anhängern der beiden Diktatoren bejaht.
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Datum: 11.06.2014 - 20:49 Uhr
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