(ots) - Die Krankenschwester, die Erzieherin und der
Feuerwehrmann erhalten deutlich mehr Geld und sie haben das auch
verdient. Der Sockelbetrag wertet jene Berufe auf, die der Staat
bisher zu schlecht bezahlt hat. Dass der Sockel mit der prozentualen
Erhöhung verrechnet wird und nicht noch oben drauf kommt, wie es
Verdi wollte, ist allerdings zwingend geboten, alles andere hätte
jeden Rahmen gesprengt. Gerade diese soziale Komponente hätte etwas
mehr Bescheidenheit in den höheren Lohngruppen aber noch edler
erscheinen lassen. Drei Prozent mehr Geld bei einer Inflation von
einem Prozent sind happig. Und mehr, als derzeit in der
Privatwirtschaft zu holen ist, die den öffentlichen Dienst mit ihren
Steuern immerhin finanzieren muss. Es ist auch für die öffentlichen
Kassen ein zwiespältiger Abschluss. Der Bund kann ihn locker stemmen,
Städte wie die im Ruhrgebiet werden überfordert. Das freilich kann
man weder Verdi noch den Angestellten vorwerfen. Bund und Länder
stehen in der Pflicht, die Finanzen der Kommunen auf eine solidere
Basis zu stellen, schließlich leisten sie auch die Basisarbeit in
dieser Gesellschaft. Versprochen hat dies noch jede der letzten
Regierungen - und es dabei bewenden lassen.
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