PresseKat - Neue OZ: Gespräch mit Carl-Ludwig Thiele, Bundesbank-Vorstand

Neue OZ: Gespräch mit Carl-Ludwig Thiele, Bundesbank-Vorstand

ID: 1026513

(ots) - Bundesbank zieht dauerhaften Bestand von
Bitcoins in Zweifel

Vorstand Thiele: Vertrauen in virtuelle Währung geschwächt -
Anleger müssen nach Insolvenzantrag in Japan mit Totalverlust rechnen

Osnabrück.- Nach der Pleite der größten Handelsplattform für die
digitale Währung Bitcoin sieht sich die Bundesbank in ihrer Warnung
vor dieser Anlageform bestärkt. In einem Gespräch mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Samstag) zog Vorstandsmitglied Carl-Ludwig
Thiele den dauerhaften Bestand der virtuellen Währung in Zweifel.
"Die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit Mt.Gox haben das
Vertrauen in Bitcoin geschwächt", sagte Thiele. "Vertrauen ist aber,
neben den rechtlichen Rahmenbedingungen, zusammen mit Stabilität und
Sicherheit einer der wichtigsten Bausteine einer Währung." Eine
solche habe immer auch einen Wertaufbewahrungscharakter.

Am Freitag hatte die japanische Plattform Mt.Gox einen
Insolvenzantrag gestellt und Millionenschulden offenbart. Anlegern
blieb der Zugang zu ihren Einlagen verwehrt. Bitcoins sollen einen
Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und
Banken funktioniert. Sie werden unter starken Schwankungen auch in
Euro und Dollar gehandelt.

Laut Thiele sei nicht auszuschließen, "dass es für viele, die auf
den Kauf von Bitcoins als Spekulationsobjekt gesetzt haben und diese
bei Mt.Gox eingelagert haben, zum Verlust der Geldanlage kommt". Die
Bundesbank habe immer wieder betont, dass mit dieser Währung extreme
Anlegerrisiken verbunden seien. Thiele: "Dass Bitcoins ein
hochspekulatives Finanzinstrument sind, wird durch die Insolvenz von
Mt.Gox leider eindrücklich unter Beweis gestellt."

Der Zentralbank-Vorstand betonte, Deutschland habe Bitcoins nicht
als Währung anerkannt. Die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht habe sie lediglich als Recheneinheit




beziehungsweise Finanzinstrument qualifiziert. Trotz des großen
Interesses an ihnen seien sie auf den Finanzmärkten und als
Währungsalternative ein "Nischenphänomen".



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Datum: 01.03.2014 - 07:00 Uhr
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