Deutsche Placebo-Forschung weiterhin Weltspitze
utsche Placebo-Forschung weiterhin Weltspitze
Die vom Arzt verordnete Pille ist nur ein Teil des Heilungsprozesses bei Erkrankungen; viele weitere EinflĂŒsse tragen zum Behandlungserfolg bei. "Eine zentrale Rolle dabei spielen die Placeboeffekte, die jedoch in der Forschung und der klinischen Anwendung bisher zu wenig beachtet wurden", so Professor Manfred Schedlowski. Den Placebo-Effekten liegen messbare körperliche VorgĂ€nge zu Grunde, die sich zum Beispiel in der HirnaktivitĂ€t, in immunologischen VerĂ€nderungen oder VerĂ€nderungen im Hormonsystem dokumentieren lassen. Diese Placebo-Effekte können durch aktuelle Erwartungen und frĂŒhere Erfahrungen des Patienten mit einer Erkrankung, aber auch durch den Behandlungskontext und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ausgelöst oder verstĂ€rkt werden.
Eine ĂŒberregionale Forschergruppe widmet sich deshalb der Analyse dieser Placebo-Effekte, die neben der eigentlichen medizinischen Verordnung zum Behandlungserfolg beitragen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun Projekte der Forschergruppe mit dem Titel "Expectation and conditioning as basic processes of the placebo and nocebo response: Transferring mechanisms to clinical applications" (FOR 1328) in einer zweiten Förderphase fĂŒr weitere drei Jahre bewilligt. In der ersten Projektphase, die bereits mit 2,8 Millionen Euro durch die DFG gefördert wurde, untersuchten die Wissenschaftler neurobiologische und psychologische Wirkmechanismen des Placebo-Effektes. Solche Placebo-Effekte lassen sich bei den meisten physiologischen Systeme und medizinischen Krankheitsbildern nachweisen. Ziel der zweiten Förderphase ist es deshalb, die am Placebo-Effekt beteiligten Mechanismen systematisch auf klinische Anwendungsfelder zu ĂŒbertragen, um damit die Behandlung von Erkrankungen noch effektiver zu gestalten. Die Forschergruppe hat sich bereits in der ersten Förderphase eine internationale Spitzenposition in diesem Feld erarbeitet und will diese nun weiter ausbauen.
"In einer Reihe von medizinischen Anwendungsfeldern sind die beteiligten Placebo-Effekte gröĂer als die spezifischen, auf das Medikament zurĂŒckzufĂŒhrenden Effekte. Dies unterstreicht, dass hier ein groĂes, oftmals nur unsystematisch genutztes Potential zur Verbesserung von Behandlungen liegt", so der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Winfried Rief von der UniversitĂ€t Marburg. Durch die weiteren Mitglieder der Sprechergruppe Prof. Ulrike Bingel und Prof. Manfred Schedlowski (UniversitĂ€tsklinikum Essen) und Prof. Paul Enck (UniversitĂ€tsklinikum TĂŒbingen) sowie zusĂ€tzliche Projekte am UniversitĂ€tsklinikum Essen und den UniversitĂ€ten in MĂŒnchen und Hamburg wird die Expertise unterschiedlicher medizinischer und psychologischer Felder in dieser Forschergruppe zusammen gefĂŒhrt. Die klinischen Anwendungen reichen von Patienten mit postoperativem Schmerz, Patienten mit Schlafstörungen, Patientinnen mit Reizdarmsyndrom bis hin zur Beeinflussung von immunologischen Funktionen bei Patienten nach Nierentransplantation.
Im Rahmen dieser Forschergruppe werden drei Teilprojekte aus dem Essener UniversitÀtsklinikum mit insgesamt 970.000? gefördert:
? Frau Professor Ulrike Bingel, Professur fĂŒr Funktionelle Bildgebung, Klinik fĂŒr Neurologie
Titel des Teilprojektes: "Einsatz von Konditionierungsprozessen zur Maximierung analgetischer Therapien"
? Frau Professor Sigrid Elsenbruch, Professur fĂŒr Experimentelle Psychobiologie, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
(in Kooperation mit Herrn Priv.-Doz. Dr. Sven Benson, Professur fĂŒr Experimentelle Psychobiologie, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie)
Titel des Teilprojektes: "Effekte des emotionalen Kontexts auf die Placebo-Analgesie und Nocebo-Hyperalgesie in einem viszeralen Schmerzmodell"
? Herr Professor Manfred Schedlowski, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
(in Kooperation mit Herrn Professor Oliver Witzke, Klinik fĂŒr Nephrologie)
Titel des Teilprojektes: "Neurobehaviorale Mechanismen der gelernten immunsuppressiven Placeboantwort: Von den Grundlagen zur klinischen Anwendung?
Ansprechpartner am UniversitĂ€tsklinikum Essen fĂŒr nĂ€here Informationen:
Frau Professor Ulrike Bingel, Klinik fĂŒr Neurologie, UniversitĂ€tsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45147 Essen; Email:
ulrike.bingel@uk-essen.de
Herr Professor Manfred Schedlowski, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie, UniversitĂ€tsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45147 Essen; Email:
manfred.schedlowski@uk-essen.de
(pressrelations) - Forschung weiterhin Weltspitze
Die vom Arzt verordnete Pille ist nur ein Teil des Heilungsprozesses bei Erkrankungen; viele weitere EinflĂŒsse tragen zum Behandlungserfolg bei. "Eine zentrale Rolle dabei spielen die Placeboeffekte, die jedoch in der Forschung und der klinischen Anwendung bisher zu wenig beachtet wurden", so Professor Manfred Schedlowski. Den Placebo-Effekten liegen messbare körperliche VorgĂ€nge zu Grunde, die sich zum Beispiel in der HirnaktivitĂ€t, in immunologischen VerĂ€nderungen oder VerĂ€nderungen im Hormonsystem dokumentieren lassen. Diese Placebo-Effekte können durch aktuelle Erwartungen und frĂŒhere Erfahrungen des Patienten mit einer Erkrankung, aber auch durch den Behandlungskontext und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ausgelöst oder verstĂ€rkt werden.
Eine ĂŒberregionale Forschergruppe widmet sich deshalb der Analyse dieser Placebo-Effekte, die neben der eigentlichen medizinischen Verordnung zum Behandlungserfolg beitragen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun Projekte der Forschergruppe mit dem Titel "Expectation and conditioning as basic processes of the placebo and nocebo response: Transferring mechanisms to clinical applications" (FOR 1328) in einer zweiten Förderphase fĂŒr weitere drei Jahre bewilligt. In der ersten Projektphase, die bereits mit 2,8 Millionen Euro durch die DFG gefördert wurde, untersuchten die Wissenschaftler neurobiologische und psychologische Wirkmechanismen des Placebo-Effektes. Solche Placebo-Effekte lassen sich bei den meisten physiologischen Systeme und medizinischen Krankheitsbildern nachweisen. Ziel der zweiten Förderphase ist es deshalb, die am Placebo-Effekt beteiligten Mechanismen systematisch auf klinische Anwendungsfelder zu ĂŒbertragen, um damit die Behandlung von Erkrankungen noch effektiver zu gestalten. Die Forschergruppe hat sich bereits in der ersten Förderphase eine internationale Spitzenposition in diesem Feld erarbeitet und will diese nun weiter ausbauen.
"In einer Reihe von medizinischen Anwendungsfeldern sind die beteiligten Placebo-Effekte gröĂer als die spezifischen, auf das Medikament zurĂŒckzufĂŒhrenden Effekte. Dies unterstreicht, dass hier ein groĂes, oftmals nur unsystematisch genutztes Potential zur Verbesserung von Behandlungen liegt", so der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Winfried Rief von der UniversitĂ€t Marburg. Durch die weiteren Mitglieder der Sprechergruppe Prof. Ulrike Bingel und Prof. Manfred Schedlowski (UniversitĂ€tsklinikum Essen) und Prof. Paul Enck (UniversitĂ€tsklinikum TĂŒbingen) sowie zusĂ€tzliche Projekte am UniversitĂ€tsklinikum Essen und den UniversitĂ€ten in MĂŒnchen und Hamburg wird die Expertise unterschiedlicher medizinischer und psychologischer Felder in dieser Forschergruppe zusammen gefĂŒhrt. Die klinischen Anwendungen reichen von Patienten mit postoperativem Schmerz, Patienten mit Schlafstörungen, Patientinnen mit Reizdarmsyndrom bis hin zur Beeinflussung von immunologischen Funktionen bei Patienten nach Nierentransplantation.
Im Rahmen dieser Forschergruppe werden drei Teilprojekte aus dem Essener UniversitÀtsklinikum mit insgesamt 970.000? gefördert:
?Frau Professor Ulrike Bingel, Professur fĂŒr Funktionelle Bildgebung, Klinik fĂŒr Neurologie
Titel des Teilprojektes: "Einsatz von Konditionierungsprozessen zur Maximierung analgetischer Therapien"
?Frau Professor Sigrid Elsenbruch, Professur fĂŒr Experimentelle Psychobiologie, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
(in Kooperation mit Herrn Priv.-Doz. Dr. Sven Benson, Professur fĂŒr Experimentelle Psychobiologie, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie)
Titel des Teilprojektes: "Effekte des emotionalen Kontexts auf die Placebo-Analgesie und Nocebo-Hyperalgesie in einem viszeralen Schmerzmodell"
?Herr Professor Manfred Schedlowski, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
(in Kooperation mit Herrn Professor Oliver Witzke, Klinik fĂŒr Nephrologie)
Titel des Teilprojektes: "Neurobehaviorale Mechanismen der gelernten immunsuppressiven Placeboantwort: Von den Grundlagen zur klinischen Anwendung?
Ansprechpartner am UniversitĂ€tsklinikum Essen fĂŒr nĂ€here Informationen:
Frau Professor Ulrike Bingel, Klinik fĂŒr Neurologie, UniversitĂ€tsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45147 Essen; Email: ulrike.bingel(at)uk-essen.de
Herr Professor Manfred Schedlowski, Institut fĂŒr Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie, UniversitĂ€tsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45147 Essen; Email: manfred.schedlowski(at)uk-essen.de

Unternehmensinformation / Kurzprofil:Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 15.11.2013 - 15:21 Uhr
Sprache: Deutsch
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