DÖRING: Tiefensee zensiert kritische Demographie-Studie ? Vogel-Strauß-Politik verhindert Fortschritt
(pressrelations) - >BERLIN. Zu Berichten, wonach auf Anweisung des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Wolfgang Tiefensee eine kritische Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zur Demographiepolitik der Länder und des Bundes dem öffentlichen Zugriff entzogen wurde, erklärt der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Stadtentwicklung Patrick DÖRING:
Der Versuch, die kritische Analyse des Berlin-Instituts der Öffentlichkeit zu entziehen, ist in meinen Augen ein Akt der Zensur. Wolfgang Tiefensee muss sich die Frage stellen lassen, welches Verständnis er von wissenschaftlicher Freiheit hat. Es ist ein Skandal, dass Gutachten offensichtlich nur dann publik gemacht werden dürfen, wenn sie die Meinung des Ministeriums widerspiegeln
Mit seiner Vogel-Strauß-Politik schadet Tiefensee auch dem politischen Anliegen. Die Studie des Berlin-Instituts wäre ein guter Anlass gewesen, den Bevölkerungsrückgang in zahlreichen Regionen Ost- und Westdeutschlands zum Gegenstand einer intensiven und kritischen Diskussion zu machen.
Ich teile durchaus die Auffassung des Ministers, dass die Wissenschaftler nicht in jedem Punkt richtig liegen. Manche Kritik ist jedoch auch sehr begründet. Es wäre richtig gewesen, sich mit diesen Ergebnissen in einer öffentlichen Diskussion intensiv auseinanderzusetzen und das Gespräch vor allem auch mit den Menschen in den Regionen zu suchen, die vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen sind. Stattdessen sperrt der Minister die Studie in den Giftschrank und vermeidet eine öffentliche Debatte. Fortschritt braucht aber die kritische und öffentliche Diskussion. Wo diese Diskussion durch Zensur behindert wird, wird auch die Korrektur von Fehlern und die Anpassung an neue Entwicklungen verhindert.
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