Was ich denk und tu...
(pressrelations) - >Der Stern gefiel sich gestern darin, eine Passage aus einer Antwort von Gregor Gysi im Doppel-Interview mit Harry Rowohlt und Gregor Gysi redaktionell so freihändig zu interpretieren, dass das Gegenteil von dem herauskam, was Gysi gesagt hat. Es mag sein, dass der Stern mit dem Kapitalismus versöhnt ist und deshalb auch andere die Friedenspfeife mit ihm rauchen sieht, doch Gregor Gysi will den Kapitalismus nach wie vor überwinden.
Dementsprechend liest sich auch die Interview-Passage im heutigen Stern:
"Herr Gysi, wollen Sie den Kapitalismus verarzten oder ihm endlich den Gnadenstoß versetzen?
G: So einfach kann ich das nicht formulieren. Wenn wir ihn schrittweise überwinden, entsteht eine andere Struktur, bei der wir alles Ungerechte überwinden, aber auch alles mitnehmen müssen, was in ihm funktioniert. Der Kapitalismus hat eine beachtliche Produktivität an manchen Stellen zustande gebracht. Das muss man sich ansehen und sagen, die erhalte ich, und nicht, wie mache ich es kaputt."
Es ist schon eine journalistische Stern-Stunde, den zweiten Satz von Gysis Antwort in der Vorab-Agenturversion einfach wegzulassen, damit man eine zitierfähige Aussage in die Welt blasen kann. Die hat zwar mit dem Gesagten nichts zu tun, aber was ist schon journalistische Wahrhaftigkeit gegen eine Tickermeldung. Die Krise ist offenkundig auch beim Stern angekommen.
Hendrik Thalheim
Pressesprecher
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