PresseKat - Deutschland hat Probleme mit der Mathematik: Erste repräsentative Studie schockiert Experten

Deutschland hat Probleme mit der Mathematik: Erste repräsentative Studie schockiert Experten

ID: 880494

(ots) - Erstmals gibt eine repräsentative Studie Auskunft
über die Leistungsfähigkeit erwachsener Deutscher im Fach Mathematik.
Die Forsa-Umfrage, die die Wochenzeitung DIE ZEIT gemeinsam mit der
Stiftung Rechnen in Auftrag gegeben hat, zeigt zahlreiche Mängel auf:
So kann nur die Hälfte der Befragten abschätzen, wie viele Eimer
Farbe sie zum Streichen eines vorgegebenen Kellerraums braucht. Nur
28 Prozent der Deutschen kann errechnen, wie sich eine geänderte
Geschwindigkeit auf die Fahrtzeit auswirkt. Ein Drittel der Befragten
war nicht in der Lage, von den prozentualen Zusammensetzungen eines
Müslis auf den absoluten Gehalt an Nüssen zu schließen.

Während über die Inhalte des Mathematikunterrichts viel diskutiert
wird, gab es bisher kaum Erkenntnisse darüber, wie viel davon bei den
erwachsenen Deutschen übrig bleibt. Die Ergebnisse der Studie, die
von den Professoren Ulrich Kortenkamp (Universität Halle) und Anselm
Lambert (Universität Saarbrücken) noch wissenschaftlich aufgearbeitet
werden, sind alarmierend: Wenn zahlreiche Verbraucher nicht ablesen
könnten, wie sich der Inhalt eines Müslis zusammensetze, "dann
schreit das nach der ,Lebensmittelampel'", sagt Kortenkamp.

Da für die Rechenkompetenz maßgeblich der Matheunterricht
verantwortlich ist, nehmen die Wissenschaftler die Schulen in die
Pflicht: "Die Schule übt oft nur Rechenprozesse, eine lebensnahe
Mathematik findet in der Schule nicht statt", so Lambert.

Große Probleme gab es auch beim geometrischen Verständnis, etwa
bei der Interpretation von Infografiken. So kann nur ein Drittel der
Teilnehmer aus einem Diagramm korrekt ablesen, wann der Goldpreis
eine bestimmte Höhe hatte.

Im Interview mit der ZEIT betonte der Erziehungswissenschaftler
Elmar Tenorth von der Berliner Humboldt-Universität, dass Mathematik




eine unverzichtbare Kulturtechnik sei. "Wenn man über die nicht
verfügt, ist man wirklich kulturbehindert", sagte Tenorth.

Der Test, den auch die Leser der ZEIT heute im Blatt und auf ZEIT
ONLINE selbst absolvieren können, besteht aus 27 einfachen,
lebensnahen Aufgaben, zu deren Beantwortung das Grundwissen der
ersten acht Schuljahre ausreicht. Während einfache Additions- und
Subtraktionsaufgaben noch von fast allen Teilnehmern gelöst wurden,
zeigen sich bei komplizierteren Aufgaben große Lücken.



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Datum: 29.05.2013 - 13:51 Uhr
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