Ausländische Berufsabschlüsse schneller anerkennen
(pressrelations) - Aus Anlass eines Fachgespraeches mit dem Berliner Bildungssenator Prof. Dr. Juergen Zoellner zum Thema Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschluessen erklaeren der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Fritz Rudolf Koerper und der Vorsitzende der AG Migration und Integration Ruediger Veit:
In Deutschland leben geschaetzt eine halbe Million Migrantinnen und Migranten, die ihren Berufs- oder Hochschulabschluss im Ausland erworben haben, diesen aber hier nicht anerkannt bekommen. Genaue Statistiken fehlen, weil bei der Einreise Angaben zu diesen im Ausland erworbenen Bildungs- und Berufsabschluessen nicht erhoben werden. Nach einer Studie finden gerade einmal 16 Prozent der Einwanderer aus Osteuropa eine Stelle, die ihrer Qualifikation entspricht, obwohl die meisten einen Fach- oder Hochschulabschluss haben.
Die Zustaendigkeiten sind unuebersichtlich. Mal sind es Bundes-, mal Landesgesetze, die eine solche Anerkennung regeln, mal sind es Landesministerien, mal sind es die Kammern, die die Anerkennung leisten muessen. Auch ob jemand Spaetaussiedler, EU-Buerger oder Drittstaatsangehoeriger ist, spielt dabei eine Rolle. Spaetaussiedler haben einen Rechtsanspruch, andere nicht.
Entstanden ist so ein Wirrwarr, das es zu entflechten gilt. Die foederale Ordnung der Bundesrepublik Deutschland darf nicht dazu fuehren, dass die Anerkennung der Qualifikation davon abhaengt, in welchem Bundesland oder Kammerbezirk der Antrag gestellt wurde. Auch die Migrantinnen und Migranten sollten die Moeglichkeit bekommen, ihrer Qualifikation gemaess beschaeftigt zu sein.
Wie brauchen eine bundeseinheitliche Regelung und einen Rechtanspruch auf ein zuegiges und sachorientiertes Anerkennungsverfahren. Schnellere Entscheidung ueber die Anerkennung beruflicher Qualifikationen erleichtert Integration und bringt Nutzen fuer alle Seiten.
2009 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de