Energiespeicher: Aktuelle politische und technologische Herausforderungen
(PresseBox) - 26.03.2013 - "Energiespeicher-Forschung ist wichtig. Aber um Kosten zu senken und Entwicklungen zu ermutigen, brauchen wir vor allem einen Markt und gute Rahmenbedingungen", betonte Prof. Dr. Eicke R. Weber, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie und Leiter des Fraunhofer Instituts fĂŒr Solare Energiesysteme in Freiburg. Als Conference Chairman eröffnete er am 18. MĂ€rz die zweitĂ€gige Konferenzmesse "Energy Storage - International Summit for the Storage of Renewable Energies" in DĂŒsseldorf.
Mit mehr als 530 Teilnehmern aus 33 LĂ€ndern zĂ€hlt die Veranstaltung zu den bedeutendsten Treffen der Branche. Ziel war es, Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammenzubringen, um praxisnahe und wirtschaftlich sinnvolle Speicherlösungen fĂŒr erneuerbare Energien voranzutreiben.
Auch Bundesumweltminister Altmaier war auf der Veranstaltung zugegen. "Es werden sich die Lösungen durchsetzen, die am kostengĂŒnstigsten und wettbewerbsfĂ€higsten sind", erklĂ€rte er im Hinblick auf die fĂŒr die Umsetzung der Energiewende notwendigen Technologien. Weiterhin ermutigte er die Konferenzteilnehmer, trotz begrenzter öffentlicher Mittel im Bereich Energiespeicher am Ball zu bleiben. Der Bundesumweltminister unterstrich, dass er das angekĂŒndigte Energiespeicherprogramm nach wie vor gerne zum 1. Mai 2013 starten lassen möchte, die Finanzierung mĂŒsse jedoch noch geklĂ€rt werden.
Hildegard MĂŒller, Vorsitzende der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW plĂ€dierte in ihrer Keynote-Rede fĂŒr einen transparenten Wettbewerbsprozess, in dem sich die effizientesten Technologien durchsetzen wĂŒrden. Dazu mĂŒssten allerdings politisch die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden. "Hier gibt es leider immer noch widersprĂŒchliche politische Aussagen aus allen Parteien", beklagte MĂŒller.
Energiespeicher sorgen z. B. fĂŒr eine Entlastung der Stromnetze und eine gröĂere UnabhĂ€ngigkeit von dem schwankenden Energieangebot in Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern. Diese Flexibilisierung der Energieversorgung war der rote Faden, der sich durch viele VortrĂ€ge der Konferenz zog. "FlexibilitĂ€t ist das neue groĂe Thema der Energieversorgung", fasste Janice Lin von der California Energy Storage Alliance zusammen, was auch die Podiumsteilnehmer Brian Caffey von der China Energy Storage Alliance, Rahul Walawalkar von der India Energy Storage Alliance, Rick Winter von UniEnergy Technologies und Jonathan Dogterom vom MaRS Discovery District, Canada aus der Session "Global Energy Storage Solutions" derzeit bewegt.
Obwohl es in allen LĂ€ndern um eine Flexibilisierung der Energieversorgung gehe und ĂŒber dieselben Energiespeicher gesprochen werde, seien die Ausgangsbedingungen der verschiedenen LĂ€nder unter UmstĂ€nden sehr unterschiedlich. "WĂ€hrend es in Deutschland um die Form der Umsetzung der Energiewende geht, geht es in LĂ€ndern wie China und Indien erst einmal darum, eine stabile Stromversorgung zu sichern", erklĂ€rte Karl-Heinz Remmers, Vorstandsvorsitzender des Energy Storage-Mitveranstalters Solarpraxis AG in seiner Rede. Sowohl die nationale als auch die internationale Perspektive wurden auf der Veranstaltung beleuchtet.
"Die Gewinnung und Speicherung von erneuerbaren Energien ist kein Thema, dass nur Deutschland bewegt", betonte auch der stellvertretende GeschĂ€ftsfĂŒhrer Hans Werner Reinhard vom Energy-Storage-Veranstalter Messe DĂŒsseldorf. "Aus diesem Grund haben wir begonnen, das erfolgreiche Konzept der Energy Storage DĂŒsseldorf auch in andere LĂ€nder zu exportieren und gemeinsam mit kompetenten Partnern anzupassen und weiterzuentwickeln." Vom 10. bis 12. September 2013 findet die Energy Storage North America (ESNA) in San JosĂ©, USA statt, vom 4. bis 6. Dezember 2013 die Energy Storage India (ESI) in Mumbai sowie eine Energy Storage Preview im Rahmen der China International Technology Fair vom 8. bis 11. Mai 2013 in Shanghai.
Zwei begleitende Workshops - das Energy Storage Production Technology Forum und der Anwender-Workshop "Technology & Project Implementation Practices" - rundeten das Programm der Konferenzmesse ab. Nicht nur hier waren nötige Standards im Speicherbereich ein wiederkehrendes Thema. "Der Mangel an Standards macht es fĂŒr Kunden schwer, die Systeme zu vergleichen", erklĂ€rte u. a. Martin Rothert von SMA Off-Grid Solutions. Prof. Dr. Eicke R. Weber betonte in seinem Schlusswort, dass das Sammeln und ZusammenfĂŒhren von Performance-Daten der Energiespeicher zu den "Hausaufgaben gehöre, die die Branche bis zur nĂ€chsten Konferenz bearbeiten" solle.
Begleitet wurde die Konferenz von einer Fachausstellung. Mit 45 Ausstellern hatte auch diese deutlich mehr Teilnehmer als die erste Veranstaltung 2012. Die Konferenzteilnehmer nutzten ausgiebig die Gelegenheit, sich an den StÀnden der Industrieunternehmen, VerbÀnde und Forschungsinstitutionen zu informieren und die Exponate und ersten Anwendungsbeispiele zu besichtigen.
Die nĂ€chste Energy Storage findet vom 25. bis 27. MĂ€rz 2014 in DĂŒsseldorf statt. In Bezug auf die Ausrichtung des Kongressprogramms werden im nĂ€chsten Jahr konkrete GeschĂ€ftsmodelle stĂ€rker fokussiert werden. In der begleitenden Fachausstellung soll u. a. der PrĂ€sentation von marktfĂ€higen Lösungen und Speicher-Anwendungen mehr Raum gegeben werden.
Weitere Informationen zur Energy Storage-Konferenzmesse sind zu finden unter: http://www.energy-storage-online.de/