Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt Geständnisse von Trainern des Deutschen Leichtathletik Verbandes
(pressrelations) - Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt die Geständnisse von fünf Leichtathletik-Trainern über ihre Dopingtaten in der ehemaligen DDR als ein Signal für die Übernahme von Mitverantwortung für das seinerzeitige systembedingte Doping und einen Beitrag zum Dialog mit den Opfern. Nach zwanzig Jahren werde es Zeit für eine Versöhnung zwischen Tätern und Opfern, sagte der Bundesinnenminister in Berlin. Dazu gehöre zuvorderst das Eingeständnis, die Reue und Entschuldigung der Täter. Es gehört aber auch das Gespräch mit den Opfern, den Trainern, die ihren Beruf aus Gewissensgründen nicht mehr ausgeübt haben, und den Sportlern und Sportlerinnen, die körperlich geschädigt wurden, dazu. „Ich begrüße daher die hierzu vorgesehene Gesprächsinitiative des DLV“, sagte Schäuble weiter.
Doping habe es in beiden Teilen Deutschlands gegeben. „Wir sollten uns daher hüten, mit dem Finger auf den jeweilig anderen Teil zu zeigen. Es ist vielmehr an der Zeit, dass Deutschland auch im Sport zusammenwächst und deshalb die Fehlleistungen als eigene verstanden werden. Dazu gehört im Leistungssport auch die gemeinsame Aufarbeitung der Dopingfälle in Ost und West. Unterschiede darf es hier nicht geben“, führte der Bundesinnenminister aus.
Einen wichtigen Beitrag kann die wissenschaftliche Studie „Doping in Deutschland“ leisten. Mit der Durchführung hat der Bundesinnenminister das Bundesinstitut für Sportwissenschaft beauftragt.
Zu den arbeitsrechtlichen Fragen - ob eine Weiterbeschäftigung der DLV-Trainer im Sport erfolgen soll - verwies Bundesminister Schäuble darauf, dass dies in erster Linie eine Angelegenheit des Sportes selbst sei. Die Bewertungen des Sportes, sowohl der Steiner-Kommission, als auch von DOSB und DLV, kommen insbesondere auch wegen der langen Tätigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Bekenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu den Ergebnis, die Trainer weiterzubeschäftigen. „Dies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung“, sagte Schäuble.
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