(firmenpresse) - Zwar gewinnt das Thema IT-Service-Kataloge in der Fachdiskussion seit einiger Zeit deutlich an Bedeutung, unklar ist bisher aber geblieben, welchen Stellenwert es in den Planungen der IT-Organisationen tatsÀchlich einnimmt. Dieser Frage ist eine Studie der Ardour Consulting Group aus Darmstadt nachgegangen und hat ermittelt, dass der steigende Fokus darauf zumindest vorlÀufig noch nicht mit einer Top-Platzierung auf der Strategie-Agenda gleichzusetzen ist.
So sind zwar 31 Prozent der ĂŒber 200 befragten Unternehmen der Auffassung, dass sich IT-Service-Kataloge zum âRennerâ entwickeln werden. Weitere 28 Prozent sehen eine Ă€hnliche Dynamik, aber noch nicht kurzfristig. Alle anderen sind entweder skeptisch, ob dieses Thema tatsĂ€chlich eine Top-Bedeutung erlangen kann, oder sie verneinen eine solche Perspektive (11 Prozent).
Die unterschiedliche EinschĂ€tzung der Perspektiven Ă€ndert aber nichts daran, dass Service-Kataloge mehrheitlich mit sehr ambitionierten Zielen verbunden werden. FĂŒr eine groĂe Mehrheit der befragten IT-Manager sollen sie eine gröĂere Transparenz und PrĂ€zisierung der IT-Services fĂŒr die Kunden erzeugen. Auch eine stĂ€rkere Systematisierung der Dienste gehört zu den wichtigsten Motiven. Eine stĂ€rkere Business-Orientierung findet sich im Ranking der Ziele hingegen erst auf dem vierten Platz und wird nur von 59 Prozent der IT-Verantwortlichen verfĂŒgt. Eine noch geringere Bedeutung haben Standardisierungsstrategien, Kostenmotive und die Entwicklung von Self-Services bei der Frage, welche Absichten mit IT-Service-Katalogen verbunden werden.
FĂŒr den Ardour-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Jakob RehĂ€user stellt zumindest das unterdurchschnittliche Votum fĂŒr eine stĂ€rkere Ausrichtung der IT-Services auf die GeschĂ€ftsprozessanforderungen der Unternehmen eine Ăberraschung dar. âDies muss verwundern, weil eine Kundenorientierung in der Struktur und Ausgestaltung des Service-Portfolios zu den ganz elementaren Erfolgsfaktoren gehörtâ, betont er. Aus seiner Sicht zeugt das ermittelte Meinungsprofil von einer noch zu technisch orientierten Herangehensweise an die Service-Kataloge.
Möglicherweise resultiert diese ZurĂŒckhaltung beim Kundenbezug auch aus einem groĂen Respekt vor den Anforderungen der Fachabteilungen. Denn in der Fragestellung, mit welchen besonderen Herausforderungen sich die IT-Organisationen bei der Umsetzung von Katalog-Strategien konfrontiert sehen, nennen 62 Prozent die Ausrichtung auf die GeschĂ€ftsprozesse. Eine kundengerechte Differenzierung bzw. Modularisierung der IT-Services wird sogar von 70 Prozent als Herausforderung bezeichnet. âDiese Ergebnisse deuten darauf hin, dass zwischen IT und Business noch tiefe VerstĂ€ndnisprobleme bestehenâ, interpretiert RehĂ€user. âDas Service-Portfolio muss von den GeschĂ€ftsprozessen aus gedacht werdenâ, urteilt der Ardour-Consultant.
Aber als ein scheinbar noch gröĂeres Problem stellt sich fĂŒr die IT-Organisationen jedoch die Preisgestaltung der IT-Services heraus. Vier von fĂŒnf nennen sie als Problemstellung bei der Entwicklung von Katalog-Konzepten fĂŒr die IT-Dienste. âWeil betriebswirtschaftliche Kalkulationen und Preisgestaltung nur zu den SekundĂ€rkompetenzen in der IT gehörenâ, glaubt RehĂ€user. âGanz erfahrungslos sind die meisten IT-Organisationen hier jedoch nicht mehr, weil die Leitungsverrechnung lĂ€ngst kein neues Thema mehr ist.â
Wohl aber sieht er im Zusammenhang mit IT-Service-Katalogen zusĂ€tzliche AnsprĂŒche, weil die Preise der Dienste zunehmend mit Angeboten im freien Markt verglichen werden können. Durch diesen Marktbezug komme vielfach eine neue Dimension mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen hinzu. âJe vergleichbarer man ist, desto marktgerechter mĂŒssen die eigenen Preise fĂŒr die IT-Services sein. Kann das Preisniveau des Marktes nicht kostendeckend erreicht werden, zwingt der Aufbau eines IT-Service-Katalogs indirekt auch zu MaĂnahmen, die einer Kostenreduzierung dienen.â
Aus diesem Grund sei es durchaus verstĂ€ndlich, dass der Preisfindung von IT-Services mit groĂem Respekt begegnet werde. RehĂ€user hat deshalb aus seinen Beratungserfahrungen Best Practice-Tipps erarbeitet, mit der sich die Bepreisung der Dienste im IT-Service-Katalog auf einer gesicherten Basis vornehmen lĂ€sst:
1.Entwicklung und Implementierung eines IT-Produktmodells der möglichen IT-Services mit den Produktdimensionen: Art der Services, Kosten bzw. Preise sowie den QualitÀts- und Risikooptionen.
2.Ăbertragung der technischen Sichtweise mit den IT-Komponenten (z.B. Server, Middleware etc.) in eine kommerzielle Basis (Bestimmung der Ressourceneinheiten).
3.BĂŒndelung der Ressourceneinheiten, die die möglichen Services und dazugehörigen Optionen (Service Levels) zu IT-Produkten vereinen.
4.AusfĂŒhrliche Beschreibung der Services und Optionen in einer fĂŒr die IT-Kunden verstĂ€ndlichen Sprache und Darstellung.
5.Differenzierung des Leistungsniveaus nach IT Service Levels, Prozess Service Levels und technischen Performance Service Levels.
6.Konsequente IT-Kostentransparenz mit UnterstĂŒtzung durch ein Trendmanagement.
7.Ableitung der realen Kosten- und Preistreiber in den verschiedenen Bereichen (z.B. Hardware, Software, Personal), aus denen sich die Ressourceneinheiten zusammen setzen, um ĂŒberhöhte fixe oder sprungfixe Kosten zu vermeiden.
8.DurchfĂŒhrung eines regelmĂ€Ăigen Preis-Benchmarking zur Ermittlung von Handlungsbedarfen zur Optimierung der eigenen Preisstrukturen.
9.RegelmĂ€Ăige Ergebnisrechnung zu den verkauften IT-Services, um frĂŒhzeitig Ăber- oder Unterdeckungen fĂŒr möglicherweise notwendige Anpassungen erkennen zu können.
10.Einsatz innovativer Preismodelle fĂŒr eine faire Preisverrechnung, z.B. ein Tier Pricing in AbhĂ€ngigkeit von Volumina und Zeit. Hierbei werden in Tier 1 die Fixkosten abgedeckt und anschlieĂend in den Tiers 1+n nur die inkrementellen Kosten vergĂŒtet. Dies verhindert bei höheren Volumina einen höheren verrechneten Fixkostenanteil.
Die Ardour Consulting Group ist eine auf strategische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Themen des IT-Managements spezialisierte ManagementÂŹberatung in Darmstadt. Das 2004 als ein Spin-off von Deloitte Consulting gegrĂŒndete Beratungsunternehmen besteht aus langjĂ€hrig erfahrenen Mitarbeitern mit ausgezeichneten fachlichen Qualifikationen. Es berĂ€t fĂŒr IT verantwortliche FĂŒhrungskrĂ€fte. Zu den Kernkompetenzen von Ardour zĂ€hlen:
» Sourcing-Advisory: Entwicklung und Umsetzung von bedarfsgerechten und nachhaltigen Sourcing-Strategien;
» Service-Management insbesondere im Application-Management: Konzeption und Implementierung von strategischen, taktischen und operativen IT-Prozessen und Organisationsstrukturen;
» Enterprise-Architecture-Management (EAM): Verzahntes und unternehmensweites Architekturmanagement, um die Unternehmensziele durch eine adĂ€quate IT-Landschaft kostengĂŒnstig und effektiv zu unterstĂŒtzen;
» Projektportfolio- und Value-Management: Managementverfahren und
âwerkzeuge, um den Nutzen von Wertbeitrag der IT aufzuzeigen und bessere sowie objektivere Investitionsentscheidungen treffen zu können.
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