Frauenquote im Aufsichtsrat
(pressrelations) - Anlaesslich der gestrigen Debatte zur Entgeltgleichheit und des heutigen "Equal Pay Day" erklaeren die stellvertretende frauenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Renate Gradistanac und das Mitglied der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend Soenke Rix:
"Ein erfolgreicher Mann ist ein Mann, der mehr verdient, als seine Frau ausgeben kann. Eine erfolgreiche Frau ist eine, die so einen Mann findet", so ein verstaubter Altherrenwitz.
Solches Gedankengut geistert auch heute noch durch die Politik. Die Vorsitzende der Frauen in der CDU, Ingrid Fischbach, bemerkte kuerzlich: "Die maennlichen Kollegen sehen sich eher in der Ernaehrerrolle und koennen nicht alles mittragen". Wir meinen: Frauen wollen heute kein Anhaengsel ihrer Maenner sein. Frauen wollen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.
Frauen bekommen in Deutschland im Durchschnitt 23 Prozent weniger Lohn und Gehalt. Nach einer aktuellen Erhebung unter 7000 gleichwertig qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren verdienen Frauen 17 Prozent weniger - eine Schande.
Bei der UN-Frauenrechtskommission in New York wurden die verschaerften Bedingungen fuer Frauen unter dem Eindruck der Finanzkrise eroertert. Frauen sind in einer schwaecheren Position - sie haben eine geringere Erwerbsquote, deutlich mehr Frauen sind in Teilzeit- und Minijobs beschaeftigt. Frauen erhalten daher weniger Rente und haben ein hoeheres Risiko, im Alter zu verarmen.
Um die Entgeltungleichheit zwischen Maennern und Frauen zu beseitigen, brauchen wir eine aktive Gleichstellungspolitik. Wir von der SPD fordern eine geschlechtergerechte Haushaltspolitik im Sinne von Gender Budgeting, einen flaechendeckenden gesetzlichen Mindestlohn und ein Gleichstellungsgesetz fuer die Privatwirtschaft. Freiwillige Vereinbarungen fuehren zu nichts.
Der Frauenanteil in den Aufsichtsraeten der 160 umsatzstaerksten Unternehmen in Deutschland liegt derzeit bei 9,3 Prozent. Die Unternehmen entsenden nur 3,4 Prozent Frauen in die Kontrollgremien. Im Spitzenmanagement der deutschen Grossunternehmen ist der Frauenanteil im Jahr 2007 von 7,5 auf 6 Prozent geschrumpft. Die SPD fordert eine Frauenquote bei der Besetzung von Aufsichtsratsgremien.
Um das Prinzip "Gleicher Lohn fuer gleiche und gleichwertige Arbeit" endlich zu verwirklichen, muss ein Diskriminierungs-Check fuer Arbeitsvertraege her, und das Antidiskriminierungsrecht muss verschaerft werden.
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