Trittbrettfahrer
Innenminister Herrmann warnt nach Amoklauf von Winnenden "Trittbrettfahrer" in Bayern – "Kein grober Unfug, sondern ernste Straftat und hohe Kosten"
(pressrelations) - Nach der Amoktat eines 17jährigen am vergangenen Mittwoch in Baden-Württemberg gab es in Bayern eine Vielzahl von Trittbrettfahrer, die durch ihre Ankündigungen oder Hinweise bei Eltern, Lehrern und Schülern zum Teil erhebliche Angst und umfangreiche Polizeieinsätze auslösten. Innenminister Joachim Herrmann wies deshalb heute voller Unverständnis darauf hin, dass es sich bei derartigen Vorfällen um ernst zu nehmende Straftaten handele und Tatverdächtige mit erheblichen Konsequenzen rechnen müssten: "Ankündigungen von Amoktaten durch Trittbrettfahrer sind kein Scherz oder grober Unfug, sondern ernst zu nehmende Straftaten. Das Strafgesetzbuch sieht für derartige Fälle eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, mindestens aber eine Geldstrafe vor. Daneben stellen wir für einen mutwillig verursachten Einsatz der Polizei auch unnachgiebig die Kosten für den Einsatz in Rechnung. So kommen schnell ein paar Tausend Euro zusätzlich auf die Missetäter zu. Ich habe für derartige Verhaltensweisen überhaupt kein Verständnis, da bei den Betroffenen Angst und Schrecken verbreitet werden. Wir nehmen jeden Hinweis ernst und tun alles, um die Täter dingfest zu machen".
Neben der strafrechtlichen Ahndung würden die Kosten pro Stunde und eingesetztem Beamten in Höhe von je 45 Euro in Rechnung gestellt. Bei größeren Such- und Fahndungsmaßnahmen der Polizei kommt dabei schnell eine hohe Summe zusammen. Herrmann wies darauf hin, dass es in den letzten Tagen bereits eine hohe zweistellige Anzahl solcher Fälle in Bayern gegeben habe, die Mehrzahl war grober Unfug, einige wenige Fälle aber auch sehr ernst und besorgniserregend. Er sei dankbar, dass im Umfeld der zumeist jugendlichen Tatverdächtigen, sowohl in der Schule, als auch im Freundeskreis und im Elternhaus sehr sensibel reagiert werde und die Augen- und Ohrenzeugen sofort die Behörden einschalteten.
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