(ots) -
ZDF-Programmhinweis
Donnerstag 13. Dezember 2012, 22.15 Uhr
maybrit illner
Thema:
"Kandidaten gekürt, Wähler frustriert - Wer macht noch Politik fürs
Volk?"
Gäste:
Norbert Röttgen (CDU), MdB, ehemaliger Bundesumweltminister und
CDU-Spitzenkandidat in NRW
Klaus von Dohnanyi (SPD), ehemaliger Erster Bürgermeister Hamburg
Katrin Göring-Eckardt (Bündndis90/Die Grünen), Spitzenkandidatin für
die Bundestagswahl 2013
Leni Breymaier, Verdi-Landesbezirksleiterin Baden-Württemberg
Martin Delius (Piratenpartei), Mitglied des Berliner
Abgeordnetenhauses
Die Krönungsmessen sind gesungen, die großen Volksparteien haben
festgelegt, wer ihrer Ansicht nach im nächsten Jahr ins Kanzleramt
einziehen soll: Wieder Angela Merkel - oder Peer Steinbrück? Beide,
CDU wie SPD, haben ihre Kandidaten mit einem Traum-Ergebnis
ausgestattet, wie es in Deutschland nur bei solchen parteiinternen
Wahlen erzielbar ist: mehr als 97 Prozent für die Amtsinhaberin,
93,5% für den Herausforderer. Der Jubel ist schnell verhallt, er
steht mehr für den Wunsch nach absoluter Geschlossenheit im Wahlkampf
als für echte Begeisterung über die jeweiligen Spitzenkandidaten, ihr
Programm und ihre Glaubwürdigkeit. Und das gilt - trotz der
Popularität vor allem der Kanzlerin - erst recht bei den Wählern. Die
fragen sich in großer Zahl besorgt: Wer macht noch Politik fürs Volk?
Wissen unsere Volksvertreter unter der Berliner Reichstagskuppel noch
Bescheid über unsere Alltagsängste? Oder sind sie entrückt - in ihre
ganz eigene Welt?
Am Ende des Jahres 2012 ist Deutschland zwar noch eine Insel der
Seligen in einem krisengeschüttelten Europa. Doch jeder spürt: Das
wird wohl nicht so bleiben. Wer nicht richtig reich ist, wird immer
ärmer. Unser Geld ist nicht sicher, unser Lebensstandard nicht, die
Jobs nicht - und erst recht nicht die soziale Absicherung bei
Krankheit und Alter. Hat die Politik überhaupt noch die Macht, daran
etwas zu ändern? Oder fallen die Entscheidungen ganz woanders - in
Kreisen, die nicht mehr kontrollierbar sind von unseren demokratisch
gewählten Volksvertretern? Gegen solche Sorgen hilft auch kein
Friedensnobelpreis.
Haben Merkel und Steinbrück noch den Willen und die Macht, für
Gerechtigkeit und Sicherheit zu sorgen? Ist die deutsche Politik so
alternativlos richtig, wie in Berlin gern behauptet wird? Oder wird
nicht nur die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen den wenigen
Abgesicherten und den vielen Ungesicherten, sondern auch zwischen
Politik und Wählern immer tiefer? Darüber diskutiert Maybrit Illner
mit ihren Gästen.
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