(ots) - Auf teure Dienstwagen, auf Bischofspaläste,
prunkvollen Ornat und selbst auf ihre Ehrentitel wollten sie
verzichten. Stattdessen machten sie es sich zur Aufgabe, arm zu leben
und für die Rechte der Armen zu streiten. 500 Konzilsväter
unterzeichneten 1965 beim Zweiten Vatikanischen Konzil ein Dokument
zur radikalen Selbstverpflichtung - den Katakombenpakt. Der Text
befeuerte in Lateinamerika die "Theologie der Befreiung". Papst Paul
VI. bekam ihn überreicht, dann verliert sich die Spur des Dokuments.
Die Dokumentation "Der Katakombenpakt" begibt sich am 26. November um
23.30 Uhr im Ersten auf die Spuren eines vergessenen Kapitels des
Konzils und deckt dessen Hintergründe auf.
Durch alle Jahrhunderte hinweg und bis in die Gegenwart hinein
scheint die Kirche das Gegenmodell zu einer feudalen, hierarchisch
organisierten Kirche vergessen zu haben. Paläste und kirchliche
Prunkbauten entstanden. Hat die Kirche ihren Auftrag vergessen, an
der Seite der Armen zu stehen und für sie Partei zu ergreifen?
Die Dokumentation von Bernd Seidl und Wolfgang Rommel basiert auf
Originaldokumenten, Archivmaterial und Zeitzeugen. Sie zeichnet ein
eindrucksvolles Bild vom lebhaften Geschehen hinter den Kulissen des
Konzils. Im Mittelpunkt steht dabei das Engagement des
brasilianischen Bischofs Dom Helder Câmara. Szenische
Rekonstruktionen zeigen seine nächtlichen Meditationen und seine
Aktivitäten während des Konzils. Gleichzeitig dokumentiert der Film
aber auch, was aus diesem Engagement des "Bischofs der Armen"
geworden ist und fragt nach der aktuellen Situation der katholischen
Kirche vor dem Hintergrund der Ideen des Katakombenpakts. Die
Dokumentation ist eine Produktion des SWR und wurde im Frühjahr 2012
in Rom und in Brasilien gedreht, die Redaktion hat Uwe Bork.
Pressekontakt: Daniela Kress, Tel 07221/929-23800,
Daniela.Kress(at)swr.de