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Sie sind da "reingerutscht", durch einen "Freund" in das Milieu
gekommen oder auf der Suche nach dem schnellen Geld bewusst in die
Sexbranche eingestiegen. Bianca und Vanessa, zwei Frauen, die ihr
Geld im "ältesten Gewerbe der Welt" verdienen. Doch Prostitution ist
kein Job wie jeder andere. Er ist verbunden mit Heimlichkeit,
Voyeurismus, Stigmatisierung und oftmals Gewalt. Viele Frauen führen
deshalb ein Doppelleben. Sie kommen aus Familien, in denen die Eltern
den persönlichen Spagat zwischen Schuldgefühlen, Scham und Sorge
absolvieren und nach außen den "Beruf" der Tochter tabuisieren."37°"
begleitet zwei Frauen, die im Sexgewerbe arbeiten.
Bianca (31) wächst in Mannheim auf. Nach ihrem Realschulabschluss
kommt sie durch einen "Freund" zur Prostitution. Gleich am ersten Tag
verdiente Bianca 600 Mark, "seitdem war ich Hure mit Leib und Seele".
Für ihre Mutter Christiane war es ein Schock, als ihre Tochter ihr
das Geheimnis beichtet. "Aber ich habe sie nie dafür verurteilt."
2005 zieht Bianca nach Hamburg und wird zu einer der "gefragtesten
Prostituierten" in der Hansestadt, doch dann übernimmt sie in
Heidelberg als Geschäftsführerin ein Bordell. Ihre Mutter hofft, dass
Bianca nun nur als Unternehmerin mit dem Milieu zu tun hat. Aber
Bianca überwirft sich mit ihren Geschäftspartnern und geht wieder
nach Hamburg, zurück in die "Herbert-Straße". "Am liebsten wäre mir,
wenn sie einen vernünftigen Job machen würde." Besorgt fährt
Christiane nach Hamburg, um mit ihrer Tochter zu reden.
Vanessa arbeitet als Escort Dame. Die 33-Jährige verdient zuletzt
mehr als 2000 Euro pro Nacht. Inzwischen hat Vanessa aufgehört, sie
hat ihr Abitur nachgemacht und will studieren. Acht Jahre arbeitete
sie mit Unterbrechungen als Prostituierte, Jahre, in denen sie keinen
Kontakt zu ihrer Mutter hatte. Vanessa weiß: "Das ist kein Job, den
eine Mutter ihrer Tochter wünscht." Ihre Mutter Karin lebt in einem
Dorf bei Bayreuth, in dem jeder jeden kennt. "Ich habe mich als
Mutter schlecht gefühlt, wollte gar nicht wissen, was sie macht." Bis
heute wühlt der Gedanke an den Job ihrer Tochter die 56-Jährige immer
wieder auf. Nun versucht Vanessa, den Kontakt zu ihrer Mutter wieder
aufzunehmen. Kann die Mutter ihr verzeihen?
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