(ots) - Sonntag, 11. November 2012 (Woche
46)/29.10.2012
18.15Ich trage einen großen Namen
Moderation: Wieland Backes
Zwei Gäste mit berühmten Namen stellt Wieland Backes in dieser
Folge vor. Der Vorfahr des ersten Gastes hatte jahrelang mit
Gewichtsproblemen zu kämpfen und er tröstete sich mit folgenden
Worten: "Man ist niemals zu schwer für seine Größe, aber man ist oft
zu klein für sein Gewicht". Der Vorfahr des zweiten Gastes hatte
ursprünglich den Wunsch, Geistlicher zu werden. In Paris studierte er
Theologie, wurde aber nie zum Priester geweiht. Berühmt wurde sein
Name auf einem ganz anderen Gebiet. Die Lotsin ist diesmal Anja Höfer
und das Rateteam setzt sich aus Axel Bulthaupt, Julia Westlake und
Axel Brüggemann zusammen.
Mittwoch, 14. November 2012 (Woche 46)/29.10.2012
20.15betrifft: Der Preis der Blue-Jeans
Kurztext:
Ob als Luxusprodukt oder als Billig-Jeans vom Discounter - die
meisten Jeans werden inzwischen in China produziert. Der wahre Preis
für unsere Lieblingshosen: Raubbau an Mensch und Natur.
Langfassung:
Für uns sind sie Symbol von Freiheit und Lebenslust - Die Blue
Jeans sind das beliebteste Kleidungsstück Deutschlands, quer durch
die Generationen. Ob als stylishes Luxusprodukt für ein paar hundert
Euro oder als billige Freizeitkluft vom Discounter, die Jeans
transportiert ein lockeres Lebensgefühl mit einem Hauch vom
"American-Way-Of-Life". Dabei kommen die Baumwollhosen schon längst
nicht mehr aus Amerika, die meisten werden inzwischen in China
produziert, in Xintang in der südostchinesischen Provinz Guandong,
der Stadt, die sich auch "Welthauptstadt der Jeans" nennen darf. Doch
dieser inoffizielle Titel bringt statt Wohlstand für alle vor allem
Gift, Umweltverschmutzung und Elend mit sich. Ganze Landstriche
werden durch die Jeansindustrie verseucht. Die Autoren Christian
Jentzsch und Michael Höft folgen den Spuren der Blue Jeans von
deutschen Textilläden zurück zu ihren Produktionsorten in China.
Wer bezahlt den wahren Preis für unsere modischen Schnäppchen? Wie
sind die Arbeitsbedingungen, wie viel Chemie steckt in den Hosen und
wie leben die Menschen in der Umgebung der großen Jeansfabriken? Die
Arbeiter schuften oft in stickigen, düsteren Hallen und viele atmen
dabei feinste Staubpartikel ein, die durch das gefährliche
Sandstrahlen freigesetzt werden. Damit soll das modische Ausbleichen
der Jeans erreicht werden, doch es schädigt vor allem die Gesundheit
der Arbeiter. Silikose, die sogenannte "Staublunge", bis hin zum Tod
kann die Folge sein. Deutsche Jeanshersteller haben das Sandstrahlen
zwar offiziell geächtet, doch wer kann die Umsetzung des Verbotes
wirklich garantieren? Früher waren Jeans teure Modeartikel, heute
hängen oft gleich mehrere Exemplare in den Kleiderschränken. Ein
Schnitt für jede Gelegenheit, bei Tiefstpreisen von bis zu 9,99
! Die Folge - die Fabrikanten in China sehen sich einem harten
Preiskampf ausgesetzt. Die Einkäufer der westlichen Modefirmen wollen
es billig. "Sie machen höllischen Druck!", klagt ein Jeansfabrikant.
Deutsche Textil-Discounter zahlen oft nur zwischen drei und vier Euro
pro Hose. Und so bleibt am Ende am wenigsten in den Lohntüten der
Arbeiter hängen. Einer von ihnen, Hu Xin Lay, ist erst vierzig Jahre
alt und sieht aus wie sechzig. Er wurde krank. Ständiger Husten und
Atemnot waren die Folge jahrelanger Arbeit an der Bleichstelle.
Hypochlorid und Kaliumpermanganat sind nur zwei der Stoffe, denen er
dort ausgesetzt ist. "Heute habe ich große Angst vor den Dämpfen und
diesem Gestank. Die ganze Chemie kann für den Körper nicht gut sein!
Doch irgendwie muss es ja weitergehen und kündigen kann ich nicht.
Was soll ich denn anderes machen?" Immer wieder werden zum Färben
auch Azofarbstoffe eingesetzt, die unter Umständen beim Träger der
Jeans krebserregend wirken können. Der Greenpeace-Experte Manfred
Santen appelliert an die Verantwortung der deutschen Textilfirmen.
Viel müsse noch getan werden, damit man die Blue Jeans wieder mit
reinem Gewissen anziehen könne.
Mittwoch, 5. Dezember 2012 (Woche 49)/29.10.2012
20.15betrifft: Wahnsinn Wärmedämmung
Kurztext :
Immer öfter verschwinden norddeutsche Klinkerfassaden hinter
dicken Dämmschichten, meist aus Styropor. Wie überall in Deutschland.
Wärmedämmung gilt als wichtiger Baustein für die Klimaschutzziele ,
die sich unser Staat gesetzt hat. [betrifft] fragt: Ist Wärmedämmung
der richtige Weg ? Fest steht: Die Industrie verdient sich eine
goldene Nase dank üppiger staatlicher Förderung. Kritiker aber
sprechen vom "Dämmstoffwahn" und bezweifeln, dass es dabei um
Klimaschutz geht. Denn die versprochenen Einsparungen für die
Bewohner werden oft nicht erzielt. Und Bauherren kaufen sich gar
vielfältige Risiken ein, an die sie nicht im Traum gedacht hätten.
Langfassung :
Mit immer schärferen Vorgaben für die Altbausanierung soll der
Energieverbrauch der Gebäude gesenkt werden. Immer öfter
verschwinden norddeutsche Klinkerfassaden hinter dicken
Dämmschichten, meist aus Styropor. Wie überall in Deutschland, denn
die Wärmedämmung gilt als wichtiger Baustein für die Klimaschutzziele
, die sich unser Staat gesetzt hat. [betrifft] fragt: Ist
Wärmedämmung der richtige Weg ? Fest steht: Die Industrie verdient
sich eine goldene Nase dank üppiger staatlicher Förderung. Kritiker
sprechen bereits vom "Dämmstoffwahn" und bezweifeln, dass es dabei
um Klimaschutz geht. Die versprochenen Einsparungen für die Bewohner
werden oft nicht erzielt. Und Bauherren kaufen sich gar vielfältige
Risiken ein, an die sie nicht im Traum gedacht hätten. Die Autoren
Christian Kossin und Güven Purtul befragen Experten, die
überraschende Warnungen aussprechen. Außerdem haben sie einen
dämmkritischen Bausachverständigen zu sanierten Häusern begleitet,
bei denen die Dämmung mehr Schaden als Nutzen gestiftet hat. Für ihn
handelt es sich dabei nicht um Einzelfälle, sondern systematischen
Pfusch. Auch die angeblich makellose Ökobilanz der Dämmung bekam bei
den Recherchen Kratzer, denn offenbar belasten die energetisch
sanierten Häuser nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Gewässer.
Andererseits bieten die Styroporwände Nistraum für Vögel, die Löcher
besiedeln, welche Spechte aufgeklopft haben.
Mittwoch, 5. Dezember 2012 (Woche 49)/29.10.2012
Beitrag wird ohne Videotext-Untertitel ausgestrahlt!
22.00Debüt im Dritten
Transpapa Fernsehfilm Deutschland 2011
Maren steck mitten in der Pubertät, als sie erfährt, dass ihr
Vater - den sie auf einem Selbstfindungstrip in Nepal wähnt - sich
längst gefunden und das Geschlecht gewechselt hat. Heimlich macht sie
sich auf den Weg in die spießige Vorstadtidylle Nordrhein-Westfalens,
um ihren Vater zu suchen. Sie findet Sophia, die eigentlich viel
lieber ihre Mutter wäre.
Sarah Judith Mettke packt ein hochspannendes Thema an, das so in
Deutschland noch nicht verfilmt wurde. Sie erzählt das
Identitätsdrama ruhig, intelligent und behutsam, mit leisen
gesellschaftskritischen Untertönen und trockenem Humor. Damit bildet
der Film stilistisch eine Abwechslung für den deutschen Arthousefilm.
Devid Striesow spielt Sophia, das Wesen, das im neuen weiblichen
Geschlecht noch nicht ganz angekommen ist, sehr berührend, so dass
auch die allmähliche Annäherung der pubertären Maren an den Vater,
der keiner mehr sein will, nachvollziehbar wird.
Freitag, 7. Dezember 2012 (Woche 49)/29.10.2012
Nachgeliefertes Thema beachten!
22.15Nachtcafé
Die SWR Talkshow Gäste bei Wieland Backes Immer für andere da -
Erfüllung oder Ausbeutung?
SWR Pressekontakt: Simone Rapp, Tel 07221/929-22285,
simone.rapp(at)swr.de