PresseKat - Margot Käßmann: Nominierung von "Pussy Riot" für den Zivilcourage-Preis der Lutherstäd

Margot Käßmann: Nominierung von "Pussy Riot" für den Zivilcourage-Preis der Lutherstädte sei "ein guter Vorschlag"
Die "Luther-Botschafterin" im "SWR UniTalk"

ID: 750592

(ots) - Margot Käßmann, Botschafterin der EKD für das
Reformationsjubiläum 2017, hat im "SWR UniTalk" Verständnis für die
Nominierung der russischen Frauenband "Pussy Riot" für den
Zivilcourage-Preis der Lutherstädte gezeigt. Auf die Frage von
SWR-Chefredakteur Fritz Frey, ob die jungen Frauen den Preis der
Lutherstädte bekommen sollten, sagte Margot Käßmann: "Es ist ein
guter Preisvorschlag. Jetzt muss entschieden werden: Ist das
preiswürdig oder nicht. Ich denke, so eine Diskussion tut auf jeden
Fall gut, und ich finde sie richtig. Es wäre sicher eine Diskussion
im Lutherischen Sinne."

Die Stadt Wittenberg hatte die Punkband "Pussy Riot" für den Preis
"Das unerschrockene Wort" nominiert. Der Vorschlag hatte teils
heftige Kritik aus den Reihen der evangelischen Kirche zur Folge.
Nach Ansicht des Theologen, Friedenspreisträgers und früheren
DDR-Bürgerrechtlers Friedrich Schorlemmer wäre der Preis für die
jungen Frauen ein verheerendes Zeichen, weil sie am falschen Ort
provoziert hätten. Schorlemmer hatte gesagt: "Eine Lutherstadt sollte
keine Gotteslästerung ehren."

Margot Käßmann, frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche
in Deutschland, zeigte beim "SWR UniTalk" dagegen Sympathie für die
Proteste der Punkband "Pussy Riot": "Einerseits finde ich, eine
Kirche ist nicht unbedingt der Ort, wo so ein Eklat produziert werden
muss, andererseits finde ich, dass diese jungen Frauen in Russland
auf etwas aufmerksam gemacht haben, was eine Fehlentwicklung der
russisch-orthodoxen Kirche ist, dass sie zu stark mit einem
autoritären und die Menschenrechte und demokratischen Grundrechte in
Frage stellenden Regime verbandelt ist."

Zwei Bandmitglieder von "Pussy Riot" waren wegen eines Punkgebets
in einer Moskauer Kirche gegen den russischen Präsidenten Wladimir
Putin des Rowdytums aus religiösem Hass schuldig gesprochen und zu




zwei Jahren Straflager verurteilt worden.

"Luther-Botschafterin" Margot Käßmann stellte aber klar, dass sie
sich nicht in die Wittenberger Angelegenheit einmischen wolle: "Ich
habe eine große Sympathie mit den jungen Frauen, weil ich finde, sie
waren mutig. Ob es in der Kirche sein musste, weiß ich nicht, aber
die Wittenberger müssen das diskutieren."

In zwei Wochen entscheidet die Jury, wer den Zivilcourage-Preis
"Das unerschrockene Wort" der Lutherstädte bekommt. Die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) wollte sich bislang nicht zum laufenden
Nominierungsverfahren äußern.

Beim "SWR UniTalk" interviewt SWR-Chefredakteur Fritz Frey zwei
Mal im Jahr an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Prominente
aus Gesellschaft und Politik. Das Gespräch mit Margot Käßmann, das am
19.10.2012 stattfand, wird am Freitag, 16. November 2012, 22-22.45
Uhr in tagesschau24, und am Dienstag, 4. Dezember 2012 um 19.15-20
Uhr in EinsPlus ausgestrahlt.

Pressekontakt: Heike Rossel, Tel 06131/929-33272,
Heike.Rossel(at)swr.de.


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Datum: 26.10.2012 - 15:44 Uhr
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