(ots) -
Starke Zunahme der Wilderei in Afrika / Katholische Kirche in den
illegalen Handel involviert / In China boomt der Schwarzmarkt für
Elfenbein
27.09.2012 - Die Elefantenwilderei ist im Jahr 2011 erneut stark
gestiegen: Rund 90 Prozent der in Afrika getöteten Elefanten wurden
illegal getötet. US-Reporter Bryan Christy legte gegenüber der
NATIONAL GEOGRAPHIC SOCIETY dar, welche Rolle die katholische Kirche
beim Elfenbeinschmuggel spielt: So gab ihm der Vorsitzende der
größten römisch-katholischen Erzdiözese auf den Philippinen konkrete
Schmuggeltipps und nannte ihm die besten Elfenbeinschnitzer des
Landes - obwohl seit 1989 ein globales Handelsverbot für Elfenbein
besteht. Die Stoßzähne werden in Asien vor allem zu Kruzifixen,
Madonnen und anderen Heiligenfiguren verarbeitet. Auch in Rom wird
mit Elfenbein gehandelt: Der Vatikan ist einer der wenigen Staaten,
die das Handelsverbot für die Stoßzähne bislang nicht unterschrieben
haben. Dort kann man religiöse Elfenbeinfiguren jeglicher Art
erstehen, auf Wunsch mit Segnung. Aber auch im buddhistischen
Thailand werden Elefanten verehrt bzw. den Stoßzähnen magische Kräfte
zugesprochen. Amulette aus Elfenbein sind fast überall erhältlich.
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND berichtet in der aktuellen
Oktober-Ausgabe ausführlich über den illegalen Elfenbeinschmuggel.
China ist weltweit führend im Handel mit geschmuggeltem Elfenbein.
Seitdem China 2008 knapp 66 Tonnen afrikanisches Elfenbein zu
günstigen Preisen legal erworben hat, boomt dort der Schwarzmarkt für
illegal eingeführtes Elfenbein. Das liegt vor allem daran, dass die
Regierung das Elfenbein nicht - wie erwartet - zu günstigen Preisen
auf den Markt gebracht hat, um damit der Wilderei Einhalt zu
gebieten. Stattdessen erhöhte China die Preise für das legal
erworbene Elfenbein um 650 Prozent, limitierte zugleich die
Verkaufsmengen - und kurbelte so den illegalen Handel erst recht an.
Außerdem hat die chinesische Regierung Lizenzen an mindestens 35
Schnitzfabriken und 130 Einzelhandelsgeschäfte für den Verkauf von
Elfenbein vergeben und damit diesen Industriezweig gefördert. Ein
Hinweis auf den gestiegenen illegalen Handel in China ist auch die
hohe Nachfrage nach Schnitzereien aus dem gelben Elfenbein der
Waldelefanten: Es gibt in keinem der Länder, von denen China legal
Elfenbein erworben hat, Waldelefanten. Diese leben nur in Zentral-
und Westafrika - unter anderem in Kamerun, wo Wilderer Anfang des
Jahres im Nationalpark Bouba Ndjida mehr als 300 Tiere töteten. Ein
großer Stoßzahn bringt auf dem lokalen Schwarzmarkt in Afrika bis zu
6000 Dollar, eine Summe für die ein ungelernter kenianischer Arbeiter
rund zehn Jahre arbeiten muss.
Weitere Informationen, Fotos sowie das Cover der aktuellen Ausgabe
schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.
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