PresseKat - Jahr 2009 mit rumänischen Aspekten in Wien gestartet

Jahr 2009 mit rumänischen Aspekten in Wien gestartet

ID: 71834

Rumänien Schwerpunkt beim Aurora-Magazin

Das Wiener Pygmalion Theater und das Aurora-Magazin luden aus Anlass des 100. Geburtstags von Eugène Ionesco zu einer „Unterrichtsstunde“ ein.

(firmenpresse) - Das Haus ist ein Theater für Experiment mit dem Neuen mit Vorteil von Kleinbühnen, dass sie sich ab und zu noch ans Experimentieren wagen können, und so bietet das Haus auch in der Öffentlichkeit unbekannten Autoren die Möglichkeit, ihr Schaffen in inszenierter Form zu präsentieren. (www.pygmaliontheater.at)Programmatisch umfasst das Repertoire "Meilen-Werke" der Literatur und Dramaturgie, mit der Absicht, das Können der jungen Schauspielerinnen und Schauspielern und ihre moderne persönliche Weltanschauung mit den ewig menschlichen Problemen in Dialog zu bringen.

Die Ionesco-Unterrichtsstunde, ein Stück, zum sogenannten "Theater des Absurden" gezählt, liefert eine banale Geschichte. Der Sinn liegt in keiner eigentlichen Botschaft, sondern im Ereignis absurder Situationen, in der Darstellung absurder Verhaltensweisen.
Eine Schülerin (verführerisches Biest Alexandra Benold) kommt zu einem Professor aufs Lande. Sie ist Kind reicher Eltern, deren Wunsch es vor allem darin besteht,, dass ihr Kind Erfolg hat, wenn nötig, ihn kauft. Der Professor (glaubwürdiger Dietmar Voigt) ist skurril, fast weltfremd auf sein Fachgebiet beschränkt und unterzieht die Schülerin einer eigentümlichen Lehr- und Prüfungsprozedur. Diese "Lektion" steigert sich zum Mord; wie man erfährt, war sie bereits das 40. Opfer. Das Dienstmädchen (submissive Elena Tober) hilft dem Professor. Während der Professor seine Macht über die Schülerin ausübt, ist das Dienstmädchen die höhere Instanz, die über den Professor triumphiert.
Ein Stück um Gewalt, Macht und Sozialverhältnisse, der Sprache und der Problematik möglicher oder unmöglicher Verständigung. Doch unter der Oberfläche absurder Szenerie verbirgt sich eine pessimistische Sicht über die Entfremdung, die fehlende Authentizität.
In der Inszenierung von Geirun Tino wird eine neue, andere Interpretation vorgelegt: der Professor ist nicht der Vergewaltiger und Mörder, der einfach sein Opfer niedermacht, sondern ein Sprachbesessener, der den Traum hat, Sprache könne Sinn und Welt konstituieren und Verständigung wäre wirklich möglich. Der Misserfolg führt nicht zum Mord durch ihn, sondern zum Mord durch das Wort, die Sprache: es ist die Erkenntnis, die tötet (Nietzsche klingt hier an und der alte christliche Mythos!).




Die Vorstellung der Unterrichtsstunde war eingebettet in drei Vorträge. Irina Wolf vom Aurora-Magazin für Kultur, Wissen und Gesellschaft; Wien, Daniela Magiaru, mit neu erworbenem Doktortitel der Universität West-Temeswar (Rumänien) zum Thema "Dramatische Modelle: Eugène Ionesco, Matei Visniec" und Dieter Topp, Präsident KulturForum Europa, Deutschland,, legten den Zuschauern ihren Standpunkt zum Thema „Spiel mit dem Leben - Wie Rumänien das Theater neu entdeckt“ dar.

"Man darf nicht vergessen, dass in Rumänien jener Zeit das Absurde eigentlich die Realität war. Wenn man hier das Leben eines Menschen beschreibt, der zwischen dem Aufstehen in der Früh und dem Schlafengehen am Abend einen 'Licht-Tag' durchlebt, so stellt das bereits absurde Literatur dar. Der Mensch unterlag dem Druck der Macht, der Umwelt, der Ideologie usw. Er hatte ein doppeltes Denken: zu Hause sagte er eines, draußen auf der Straße wieder anderes. Er igelte sich in sich selbst ein, um seine wahren Gefühle nicht zu zeigen. Diese ganze Schizophrenie, die die rumänische Gesellschaft beherrschte, war dermaßen absurd, dass man, wenn man die Geschehnisse realistisch beschrieb, bereits eine absurde Literatur hatte. Für mich war also das Absurde nicht unbedingt das ästhetische Absurde von Ionesco oder Beckett, sondern eher das grotesk abgewandelte Absurde,“ so Daniela Magiaru.

Nach dem Umsturz von 1989 war das Theater wie gelähmt. Die intime Kommunikation zwischen Theaterleuten und Publikum verschwand. Das gemeinsame Erlebnis hatte neue "Bühnen" gefunden: die Straße und den Fernseher. Fast zwanzig Jahre danach wird in Rumänien "Theater als Spiegel einer sich stets ändernden Welt" gezeigt, "innovativ und provokativ in unterschiedlichsten Facetten, auch um Rumänien in Bezug auf Europa in ein neues Licht zu setzen". Nicht das Theater verändert die Gesellschaft, die Menschen verändern das Theater, sagte Dieter Topp. Zu den ersten starken Impulsgebern für die rumänische Theaterszene entwickelte sich die bereits kurz nach 1989 erfolgte Rückkehr von Regisseuren wie Andrei Serban oder Alexander Hausvater, die während der Diktatur ins Ausland emigriert waren. „Es war kein leichter Weg, in Rumänien eine neue Art Theater zu schaffen, neue Sprachformen und Inszenierungsarten zu finden und die Menschen damit wieder in die Bühnenhäuser zu locken. Die Manipulation der Gesellschaft, die Orientierungslosigkeit der jungen Generation sowie der Traum von einem besseren Leben, meistens im Ausland, sind einige der aktuellen Themen, die die moderne rumänische Dramatik kennzeichnen.
Namen wie Gianina Carbunariu, die mit der deutschsprachigen Erstaufführung ihres Stückes Kebab an der Berliner Schaubühne 2008 die deutsche Theaterszene eroberte und Peca Stefan, dessen Stück Bucharest Calling als deutschsprachige Erstaufführung 2009 im Dschungel Wien zu sehen sein wird, sind mittlerweile einige der erfolgreichsten rumänischen Jungautoren.

Seit mehreren Jahren strebt man in Rumänien internationale Begegnungen an. Besonders auf den landesweiten Festivals ist man um eine verstärkte Interaktion zwischen rumänischem, europäischem und internationalem Theater bemüht. Somit gibt die Nominierung des KulturPreises Europa 2009 an das Nationaltheater Temeswar (mit dem Radu Afrim-Spektakel Krankheit der Familie M von Fausto Paravidino) der modernen rumänischen Dramatik ein europäisches Gesicht und bestätigt, dass das Theater in Rumänien schon immer eine besondere Rolle als Kulturträger gespielt hat“, referierte Irina Wolf (www.aurora-magazin.at)

Und derweil triumphiert eine Serban-Inszenierung in der Wiener Staatsoper
Auch im „großen Haus“ der österreichischen Hauptstadt wird „auf Rumänisch“ Seit dem Frühjahr 2007, als durch die Massenet Oper Manon die aus der südrussischen Provinz kommende Anna Netrebko endgültig in den Starhimmel der Operndiven katapultiert wurde, war dies auch durch rumänisches Mittun ein weltweiter Erfolg. Dem Regisseur Andrei Serban und seinem Ausstatter Peter Pabst war es gelungen, optisch galant zwischen Massenszenen und Kammerspiel zu vermitteln.

Manon ist weder Kindfrau noch Femme fataleAn allen der zahlreichen Nebenfiguren hat Serbans Personenregie gefeilt, und beinahe alle sind sie fabelhaft besetzt. Auch in der Neuaufnahme 2009, in welcher die aus Tirana, Albanien, stammende Sopranistin Inva Mula in der Titelrolle debütiert, schützen ihre Weltberühmtheit und auch die ihres Partners, des 1960 in Mexiko geborenen Ramón Vargas in der Rolle des Chevalier Des Grieux, nicht vor Fehlern. Beide schwächeln in der ersten Vorstellung 2009 an so einigen Stellen, ganz im Gegenteil zu Adrian Eröd, als ein baritonal wie darstellerisch beeindruckender Lescaut. Es dirigiert souverän Miguel Gomez-Martinez.

„Die mannigfachen Stimmungen des Stückes hält Serban einfallsreich in permanenter Bewegung. Die in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verlegte Geschichte wird auf einer durch suggestive Filmprojektionen, jäh aus dem Schnürboden herabsinkende Plakatwände, lebensgroße Pappgestalten oder raffinierte Spiegeleffekte animierten Kulisse erzählt. Erst im Schlussbild, wenn alle Illusionen dahin sind, erkennt man, dass sie im Grunde nur aus schwarzen Stellwänden und ein bisschen faulem Zauber bestand“. So beschreibt das Opernhaus treffend das, was der Rumäne zum Welterfolg beigetragen hat. (www.staatsoper.at)

Wiener Unternehmer-Familie engagiert als Kultur-Sponsor
Das Hotel Regina ist seit über 100 Jahren ein Familienunternehmen, das sich auch in Sachen Kultur engagiert. So ist nicht nur die Kooperation mit dem Theater in der Josefstadt in Wien in diese Partnerschaft einbegriffen. (www.josefstadt.org) Unter Mitwirkung von Dr. Eva Kremslehner im Förderverein des Theaters konnten besonders die Tiefen der vergangenen Intendanz, der Aus- und Umbau des Hauses, sowie die Etablierung des neuen Direktors Herbert Föttinger zum Wohle des altehrwürdigen Theaters bewerkstelligt werden.

Auch gehört das KulturForum Europa mit Sitz in Deutschland bei seinen Österreich-Aktivitäten seit der Vergabe des KulturPreis Europa nach Wien im Jahr 2001 in diese Partnerschaft. (www.kfe.de)

Im Hotel Regina wurde in den letzten Monaten der Dachboden zu Zimmern aus- bzw. umgebaut, so dass nach zwei Umbau-Phasen in den letzten beiden Jahren das Hotel um 40 Zimmer erweitert werden konnte und nun insgesamt 164 Zimmer umfasst. Nicht nur Weltstar Placido Domingo fühlte sich wohl im Kreis der Hotel-Familie Kremslehner. Die Preise des Hauses sind ortsüblich, der Service überaus freundlich, und immer wieder finden Kulturanfragen ein offenes Ohr in der Verwaltung. So war die Teilnahme des KulturForum Europa bei der 2009 Rumänien-Präsentation im Pygmalion Theater zur Freude der Veranstalter kostenneutral unter dem Aspekt von Kultursponsoring durch das Hotel Regina. ( www.kremslehnerhotels.at)

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PPS-Promotion-Presse-Service berichtet seit 2005 über das Ballett der Staats- und Volksoper Wien (Das Ballett.at) und covert das Int.Istanbul Music Festival und die Istanbul Biennale sowie die Music Biennale Zagreb (seit 2007). Für 2008 sind das Int. Springfestival, das Herbstfestival und Fringe Festival Budapest, das Zemplén Festival im Länderdreieck Ungarn-Ukraine-Slowakei ,sowie Wratislavia Cantans (PL) hinzugekommen. In 2008 wurde PPS eingeladen, für das Int. Theaterfestival Bukarest und Theaterfestival Timisoara (RO) zu berichten.



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Datum: 04.02.2009 - 12:26 Uhr
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