(ots) - Sie stehen in Universitätsbibliotheken und Regalen
von Raritätensammlern: In Menschenhaut gebundene Bücher sind das
schockierende Erbe makabrer Buchbinderkunst. Wie die Zeitschrift
WUNDERWELT WISSEN (Ausgabe 09/2012, ab heute im Handel) berichtet,
ließen Revolutionsopfer ihre Haut dafür ebenso wie Verbrecher oder
Arme, die zu Lebzeiten ihren Körper verkauften.
Heute mag die Verarbeitung von Menschenhaut zu Leder bizarr
erscheinen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das größte Organ des
menschlichen Körpers jedoch vielfältig verwendet: So wurden zum
Beispiel Landsknechtstrommeln damit bespannt. Solch eine
Menschenhauttrommel gehört zu den Schätzen des Bayerischen
Jagdmuseums in Ingolstadt. Es gibt Geldbörsen aus Menschenhaut - und
eben auch Bucheinbände.
Wie viele Bücher mit Menschenhaut-Einband tatsächlich existieren,
vermag niemand zu sagen. Vermutlich sind es einige Hundert, die in
Bibliotheken und Privatsammlungen stehen und deren Wert gar nicht
erkannt wird. Auch ein englischer Einbrecher wusste offenbar den
wahren Wert seiner Beute nicht einzuschätzen: Er warf 2006 ein über
200 Jahre altes Buch, das in Menschenhautleder gebunden war, in Leeds
einfach auf die Straße. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem
verschmähten Beutestück um ein auf mehrere Tausend Euro geschätztes
Buch aus der Zeit der Französischen Revolution handelte, eingebunden
vermutlich mit der Haut eines hingerichteten Gegners der Jakobiner.
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