(ots) - In der heutigen Talkrunde "London Live - Der N24
Talk" sprach Moderator Norbert Dobeleit mit DOSB-Generaldirektor Dr.
Michael Vesper über den gestrigen Unfall von Gewichtheber Matthias
Steiner und das bisherige Abschneiden der deutschen Athleten bei den
Olympischen Spielen 2012. In dem N24-Interview sagte der Chef de
Mission, Dr. Michael Vesper:
- zum Unfall von Matthias Steiner:
"Er hat das sehr gut überstanden und die Nacht auch gut
geschlafen. Er war mit unserem Mannschaftsarzt noch sehr lange in der
Poliklinik, da ist alles untersucht worden, aber sie sind heute
sicherheitshalber noch einmal dorthin gegangen, um größere
Verletzungen auszuschließen."
- zum Abschneiden der deutschen Athleten bei Olympia 2012:
"Es ist das eingetreten, was wir vorher gesagt haben: Der
Konkurrenzkampf ist viel härter geworden. Es sind viel mehr Nationen,
die jetzt vorne mitmischen wollen. Schon heute haben wir 99 Länder,
aus denen Sportler hier eine Medaille gewonnen haben. In Peking waren
es 86 am Ende der gesamten Spiele, 74 waren es in Athen. Das zeigt,
dass die Breite in der Leistungsspitze erheblich größer geworden ist
und es deswegen für uns schwieriger ist, Goldmedaillen zu gewinnen."
"Man muss die Finalplatzierungen mitrechnen und da stehen wir gar
nicht so schlecht da. Wir haben bisher fast 90 Finalplatzierungen auf
den Plätzen eins bis acht gehabt, damit stehen wir bisher hinter den
USA an zweiter Stelle. Unser Sport ist sehr breit aufgestellt und wir
wollen nicht wie andere Länder nur dort Geld investieren, wo wir
Medaillenchancen haben. Wir wollen ein breites Bild im Spitzensport
liefern. Das entspricht auch der deutschen Tradition."
- zu mehr Geld für Sportförderung:
"Ich wünsche mir von der Wirtschaft, dass große Unternehmen
erkennen, welchen Gewinn ein Spitzensportler, ein Olympiasieger oder
Medaillengewinner für das eigene Unternehmen hat. Das wären
Investitionen in die Zukunft. Man kann bei Olympia nur vorne mit
dabei sein, wenn man unter professionellen Bedingungen trainieren
kann und das über Jahre hinweg."
"Wir brauchen Trainer, die ordentlich bezahlt werden, damit sie
nicht abwandern. Wir haben überall in der Welt deutsche Trainer, die
heute die Konkurrenz stark machen."
"Wir müssen ein Bewusstsein in der Bevölkerung dafür schaffen, was
der Spitzensport auslösen kann: Er produziert Vorbilder, er tut etwas
für die Gesellschaft - und deswegen muss die Gesellschaft etwas
zurückgeben."
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