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ZDF-Programmhinweis
Sonntag, 15. Juli 2012, 19.30 Uhr
30 Jahre Terra X
Wunschfilm Platz 3: Die Deutschen II
Hildegard von Bingen und die Macht der Frauen
Film von Friederike Haedecke
"Terra X" feiert Geburtstag. Vor 30 Jahren wurde der erste Film unter
dem populären Label im ZDF gesendet. Zum Jubiläum konnten die
Zuschauer aus insgesamt 30 Doku-Klassikern aus drei Jahrzehnten ihre
Lieblingsfilme wählen.
Am kommenden Sonntag, 15. Juli 2012 wird der drittplatzierte Film zu
sehen sein: aus der Reihe "Die Deutschen II" der Film "Hildegard von
Bingen und die Macht der Frauen".
Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) ist die populärste Deutsche des
Mittelalters - auf Augenhöhe mit den Mächtigen ihrer Zeit. Sie war
Visionärin, Naturwissenschaftlerin, Politikerin, Komponistin,
Theologin und sogar Managerin zweier von ihr gegründeter Klöster.
Viele ihrer Schriften, vor allem ihre Kenntnisse der Naturheilkunde,
haben bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Andere werfen
noch immer Fragen auf. Während die einen in Hildegards Visionen eine
Art Drogenrausch der Kräuterkundigen vermuten, sehen andere darin
eine prophetische Gabe, sogar einen Beweis ihrer Heiligkeit.
Besondere Nähe zu Gott für sich zu beanspruchen, war nicht
ungefährlich. Ihren Mut schöpfte sie aus religiösem
Sendungsbewusstsein. Hildegards Visionen waren ein mächtiges
Instrument für eine Frau in einer Zeit, in der das weibliche
Geschlecht komplett unter männlicher Verfügungsgewalt stand. Sie
schaffte es, dass der Papst selbst ihre Visionen anerkannte, und
enthob sich damit des Verdachtes, eine Ketzerin zu sein.
Aus heutiger Sicht besonders bahnbrechend war ihre Wahrnehmung der
Natur, in der sie ein Spiegelbild der göttlichen Weltordnung sah. Die
"erste Grüne" der Geschichte könnte man sie nennen. Auch den
menschlichen Körper und die Sexualität beschrieb sie eingehend und
mit großer Unbefangenheit. Der Film über das Leben Hildegards von
Bingen zeichnet das Bild einer Frau, die viele Grenzen sprengte. Und
er zeigt ein Jahrhundert, dessen technische und soziale Umwälzungen
den Grundstein für die Moderne legten.
Aufwändige Spielszenen lassen die Geschichte lebendig werden.
Namhafte Historiker wie Stefan Weinfurter und Franz J. Felten sowie
die Hildegard-Biografin Barbara Beuys ordnen die Geschehnisse in den
historischen Kontext ein.
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