PresseKat - Malier sind Meister im Warten

Malier sind Meister im Warten

ID: 67267

Eine Reise ins westafrikanische Mali

Im westafrikanischen Land Mali kann der Reisende Afrika intensiv erleben. Die Malier sind freundlich, strahlen Ruhe aus und sind Meister im Warten. Zeit, scheint bei vielen Menschen keine Rolle zu spielen. Eine Reise vom hektischen Paris ins entspannte Mali.

(firmenpresse) - Vier Stunden vor Abflug in der Abflughalle 3 des Flughafens Charles de Gaulle in Paris. Schwarze stehen vor den Check-In Schaltern Schlange. Diese sind noch geschlossen und es gibt keinen Hinweis darauf, wann und wohin geflogen wird.
Koffer haben die Passagiere keine. Stattdessen schleppen sie riesige Metallkisten, wie wir sie von der Armee her kennen, hinter sich her. 50 Kilogramm zeigt die Waage als Mindestgewicht an. Und dies bei einem Freigepäck von 40 Kilogramm. Die afrikanischen Fluggesellschaften sind hier großzügig. Trotzdem wird auch noch versucht Handgepäck ins Flugzeug zu schmuggeln.
Spätestens bei der Passkontrolle wird dem Reisenden klar, dass nicht alle Anwesenden verreisen. Pro Passagier sind mindestens fünf Begleitpersonen da, die im letzten Moment dem ins Heimatland Reisenden noch eine Tasche, ein Radio oder Geld für die Familie in die Hand drücken.
Wegen der Unmenge Handgepäck kommt es mit dem Bodenpersonal der Fluggesellschaft zum Streit. Die vollbepackten Passagiere werden aussortiert. Der Flug verspätet sich um zwei Stunden. Afrika fängt bereits in Paris an.
Dann, endlich, rollt die Maschine auf die Abflugbahn und es geht los in Richtung afrikanischer Kontinent.
Abflug nach Bamako, 15.25 Uhr, Flug T8471

Im Flugzeug erzählt ein Malier, dass ihn eine Reise in die Heimat mindestens 6000 Euro kostet. Ein kleiner Teil davon deckt die Flugkosten. Der Rest ist für Geschenke an die Familie, an Verwandte und Freunde, die einem damals geholfen haben ins «Paradies» Frankreich zu gelangen und dort zu arbeiten. Die Hilfe verpflichtet.

Aw ni nyumanse – Willkommen
Bamako, 22.10 Uhr Ortszeit.
Nach rund 4175 Kilometer Flugstrecke landet der Flieger bei 28 Grad Celsius im 385 Meter über Meeresspiegel liegenden Bamako. Malis Hauptstadt ist von zwei Hügeln umgeben. Auf einem liegt der Präsidenten-Palast, der Hügel der Macht. Auf dem andern liegt die Universität, der Hügel der Weisheit.




Die Halle mit der Kofferausgabe ist viel zu klein für all das angekommene Gepäck und die ungeduldig wartenden Fluggäste. Und schliesslich wird hier noch einmal das Gepäcke kontrolliert.
Doch irgendwann betritt der Reisende Afrika. Er riecht Afrika. Es ist dieser spezielle Geruch, den nur afrikanische Länder haben. Auch Bamako hat innerhalb der afrikanischen Gerüche, seinen eigenen: Von einem trockenen, staubigen und muffigen Wind wird man empfangen. Es fehlt seit längerem an Regen, der die ganze Atmosphäre reinigen, die Strassen fegen würde und sicher auch die Herzen und Seelen der Bewohner. Aber die Regenzeit beginnt erst im Juli.
In der Stadt sind vorwiegend ein- bis zweistöckige Häuser zu finden, keine Hochhäuser. Nur die Hauptstrassen sind asphaltiert, die Nebenstrassen liegen im trockenen Staub, der die Nase und den Mund austrocknet und in den Augen brennt.
Zu sehen gibt es im ersten Moment nicht allzu viel. Bamako ist eine in der Kolonolialzeit entstandene Stadt. Verlassen und vergessen von den Franzosen. Überflutet von den Bewohnern des Landes, die vor der Dürre geflohen sind. Die Armut ist allgegenwärtig. Trotzdem machen die Leute einen zufriedenen Eindruck. Ausländer werden nicht belästigt; nicht einmal beachtet.
Im Stadtzentrum finden sich weder Cafés noch Restaurants. Es gibt nur wenige europäisch anmutende Einkaufsläden. Die Hauptstrasse und vor allem die Nebenstrassen sind der Markt. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Plastikeimer und Kohlbügeleisen werden nebeneinander feil geboten. Wer keinen eigenen Stand hat, trägt seine Waren auf dem Kopf, spaziert durch die Strassen und bietet sie so an. Wasser mit Limonade gemischt, in kleinen Plastiksäckchen eingefroren, werden als Erfrischung zum Verkauf angeboten. Verkauft wird auch Süßholz, um den Hunger zu stillen und gleichzeitig die Zähne zu putzen. Es wird viel gespuckt.
Überall und an den unmöglichsten Stellen werden Fladen, Eier, Fisch und Fleisch gekocht, gebraten und zum Essen angeboten. Nichts für den europäische Magen. Der Gast bezahlt lieber höhere Preise in den internationalen Restaurants der Hotels, die eine europäische Sauberkeit garantieren.

Worauf warten sie nur?
Vor dem Hotel können Autos inklusive Fahrer gemietet werden. Mit einem etwas klapprigen Peugeot 306 und einem freundlichen und hilfsbereiten Fahrer geht es für nur 30 Euro, zuzüglich der Kosten für den Treibstoff, auf Entdeckungsreise.
Der Fahrer ist eine grosse Hilfe. Weniger wegen des chaotischen Verkehrs, vielmehr weil es nirgends Strassenschilder gibt. Schwierig, den Weg aus der Stadt zu finden. Dank dem Fahrer ist die gewünschte Strasse schnell gefunden, die aus der Stadt führt. Der Verkehr lässt rasch nach. Die Hauptstrasse ist eine nicht allzu breite, geteerte Strasse, hie und da hat es sehr tiefe Fahrrinnen.
Die Fahrt geht durch verschiedene kleine Dörfer, die direkt an der Strasse liegen. Diese sind nun alle am Dorfeingang und -ausgang beschildert.
Nach rund 60 Kilometern ist Koulikoro erreicht, die Hafenstadt am Niger. Während und nach der Regenzeit fahren von hier aus Schiffe nach Segou, Mopti, Tombouctou und Gao. Heute präsentiert sich der Fluss wie ein Binnensee. In der Mitte eine riesige Insel. Die motorisierte Fähre kann nicht in Betrieb genommen werden. Ein für den Niger typisches flaches Boot, Pinasse, setzt über.
In Koulikoro ist es Still und es weht ein vom Wasser erfrischter, leichter, staubfreier Wind. Die Malier kennen hier keinen Stress und keine Hektik. Es scheint, sie haben kein Zeitgefühl. Die Frauen sitzen auf dem Markt hinter den wenigen Habseligkeiten, die sie anzubieten haben. Sie kümmern sich nicht um die Fremdlinge, wenn sie angesprochen werden, antworten sie freundlich. Doch vor allem warten sie. Etwas, was die Malier sehr gut können. Doch auf was nur?

Von goldenen Dächern und vollen Bibliotheken
Auf dem Rückweg nach Bamako hält der Fahrer in einem der Dörfer. Er holt zuerst beim Dorfältesten, der im Schatten vor sich hindöst, die Erlaubnis, dass die Gäste aus dem Ausland das Dorf besuchen und fotografieren dürfen.
In der Mitte des Dorfes steht die Moschee mit seiner landestypischen Minarette. Sie und die Häuser sind aus Lehm gebaut. Rund und mit einem spitzen Strohdach. Dieses Dorf ist eines der vielen Beispiele sudanesischer Architektur. Diese Bauart verwendet die traditionellen, sonnengetrockneten Lehmziegel, welche vor Ort hergestellt werden. Die Häuser dienen als Warenlager und Schlafzimmer. Der Rest des Lebens spielt sich in der Öffentlichkeit, im Schatten der Häuser und Bäume ab. Hier wird gekocht, gearbeitet und geredet. Gewaschen wird im nahen Fluss. Trinkwasser gibt es am Dorfbrunnen der über ein staatliches Wasserdepot gespiesen wird.
Die Dorfbewohner scheinen die Reisenden wiederum nicht wahr zu nehmen. In der Dorfschule unterrichtet die Lehrerin gerade Mädchen und Frauen. Beim zeichnen von Entwürfen für die landestypischen Kleider lernen die Frauen Rechnen. Als Schnittmuster dienen alte Zementsäcke aus Papier. Der Unterricht ist freiwillig und die Teilnehmerinnen am Unterricht kommen und gehen, wie sie wollen.

Mit jedem Greis, der stirbt, verbrennt eine Bibliothek.
(Amadou Hampaté Bâ, 1901-1991, malischer Autor)

Das französischsprachige Bildungssystem ist nicht flächendeckend. Die Analphabentquote der Erwachsenen wird auf über 70 Prozent geschätzt. Es wird versucht mit einem neuen Grundbildungskonzept und unter Einbeziehung der Nationalsprachen als Unterrichtssprache das Schulsystem zu reformieren.
Der flächenmäßig größte Staat Westafrikas ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das war nicht immer so. Das damalige Königreich Mali (13. bis 15. Jahrhundert) unterhielt enge Verbindung zur arabischen Welt und zum Mittelmeerraum. Dank der Kontrolle über den Trans-Sahara-Handel mit Gold, Salz und Sklaven verfügte Mali über Macht und Reichtum. Eines der wichtigsten Handelszentren dieser Tage war Tombouctou. Eine Stadt, von der man sich im fernen Europa die fantastischsten Geschichten erzählte. Es hiess, dass es dort Häuser mit goldenen Dächern gäbe, prachtvolle Paläste und eine riesige islamische Universität mit einer der umfangreichsten Bibliotheken der bekannten Welt. Goldene Dächer waren eine Fata Morgana. Aber, dass auch in diesem muslimischen Land eine reiche Kultur bestand, kann der Gast heute noch sehen.
Der Glanz von Tombouctou aber ist weg. Mit der Entwicklung der modernen Transportmittel ist der Weg von Schwarzafrika ans Mittelmeer über die Sahara vergessen gegangen und wird heute lediglich noch einigen Abenteurer und Kulturreisenden benutzt. Der Warenverkehr beschränkt sich auf das Notwendigste.

Eine wachsende Einnahmequelle ist der Tourismus. Vor zehn Jahren zählte das Land 30 000 Besucher, im vergangenen Jahr 100 000. Darunter waren genau 1285 Schweizerinnen und Schweizer. Diese Touristen bringen auch Hoffnung. Mali benötigt ausländische Investoren und Touristen, die Geld ins Land bringen.
Eine Reise durch Mali lässt den Europäer nicht kalt und so mancher kommt viel zufriedener nach Hause, als er gegangen ist. Wichtig ist, sich dem afrikanischen Zeitgefühl anzupassen. Denn die Malier können warten. Auch auf Sie.

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Reiseunternehmen, welche Reisenden spezielle Angebote durch SĂĽdeuropa, Nord-, West und Zentralafrika anbietet.
Individualreisen nach den WĂĽnschen des Kunden werden nach intensiver Beratung zusammengestellt. Die wenigen Gruppenreisen belieben sich grosser Nachfrage und sind immer bald ausgebucht, da auch die Teilnehmerzahl begrenzt sind.



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Hans Peter Stauffer
Untere Rebgasse 22
CH 4058 Basel
0041 61 683 4885



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Datum: 10.12.2008 - 18:42 Uhr
Sprache: Deutsch
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Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 03.07.2007

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